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Saarbahn-Aufsichtsrat stimmt Anschaffung von vier Wasserstoffbussen zu

Aufsichtsrat hat Anschaffung zugestimmt : Saarbahn schafft Wasserstoffbusse an

Der Saarbrücker Verkehrsbetrieb Saarbahn will beim Antrieb seiner Busse künftig auch auf Wasserstoff setzen. Der Aufsichtsrat habe der Anschaffung von vier Brennstoffzellenbussen zugestimmt, teilte die Saarbahn GmbH am Montag mit.

Brennstoffzellenbusse oder auch Wasserstoffbusse sind Fahrzeuge mit Elektroantrieb, bei denen durch eine Brennstoffzelle elektrische Energie aus Wasserstoff erzeugt wird.

Das Unternehmen habe bereits lange Jahre Erfahrung mit alternativen Antriebsformen, hieß es in einer Mitteilung. So seien derzeit noch 19 Erdgasbusse im Einsatz. Im Zuge einer notwendigen Neubeschaffung von Bussen werden in der Dieselflotte 20 Busse durch neue Fahrzeuge der Schadstoffklasse „Euro 6“ ersetzt. Nach eigenen Angabe könnte das Unternehmen dadurch jährlich 23 Tonnen CO2 einsparen.

„Mit der Verjüngung unserer Dieselflotte gewinnen wir ausreichend Zeit, die technischen Entwicklungen in Richtung H2-Antriebstechnik anzugehen, ohne die Betriebsstabilität aufs Spiel zu setzen“, teilte Saarbahn-Geschäftsführer Peter Edlinger mit. Eine vollständige Umstellung auf alternative Fahrzeuge sei aber nur mit entsprechender staatlicher Unterstützung möglich.

In Berlin hat sich am Montag Umweltministerin Svenja Schulze für den Wasserstoff starkgemacht. Sie will den Ersatz fossiler Kraft- und Brennstoffe durch klimafreundliche Stoffe auf Wasserstoff-Basis mit Quoten und Förderprogrammen in Gang bringen. Die SPD-Politikerin schlug im Handelsblatt unter anderem für den Flugverkehr bis 2030 eine Quote von zwei Prozent für synthetische Kraftstoffe vor, die mit Hilfe von Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt werden – aus sogenanntem grünen Wasserstoff. „Das sichert eine garantierte Abnahme zu stabilen Preisen“, sagte sie der Zeitung. Die Auswirkung auf die Preise halte sie für „überschaubar“.

Zudem sprach Schulze sich dafür aus, von 2021 an jährlich die Produktion von 5000 Tonnen grünem Wasserstoff auszuschreiben. „Wer den Wasserstoff zu den niedrigsten Kosten herstellt, bekommt den Zuschlag“, erklärte sie. Die Menge könne Jahr für Jahr bis 2030 um jeweils 5000 Tonnen steigen. Der Bund solle auch selbst als „zuverlässiger Abnehmer“ die Nachfrage anschieben, etwa über die Marine und die Luftwaffe, sagte Schulze weiter.