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Saar-Unternehmen verzeichnen erheblichen Umsatzrückgang wegen Corona

IHK-Blitzumfrage : Corona trifft vier von fünf Saar-Unternehmen teils erheblich

Jedem vierten Betrieb an der Saar ist der Umsatz um 50 Prozent eingebrochen, zeigt eine IHK-Blitzumfrage.

Rund eine Woche nachdem die Landesregierung die Ausgangsbeschränkungen verkündet hat, Läden und Restaurants überwiegend geschlossen sind, berichten 97 Prozent der Unternehmen über negative Auswirkungen des Coronavirus auf ihr Geschäft. Das geht aus der Blitzumfrage der Industrie und Handelskammer des Saarlandes hervor. Zwischen dem 24. und 27. März hat die IHK rund 120 Unternehmen mit 42 000 Beschäftigten befragt. Demnach haben inzwischen rund 80 Prozent der Betriebe teils erhebliche Umsatzeinbußen zu verkraften – jedes vierte Unternehmen sogar mehr als 50 Prozent. Besonders betroffen sei der Handel sowie die Hotellerie und Gastronomie, die wegen der staatlichen Beschränkungen zum Teil ganz geschlossen sind. Bei einer ersten Umfrage der IHK am 11. März rechneten noch nur 40,4 Prozent der Unternehmen im Saarland mit einem Rückgang des Umsatzes in diesem Jahr als Folge des Coronavirus.

„Die negativen Auswirkungen des Coronavirus auf die Saarwirtschaft sind inzwischen sehr deutlich spürbar. Fast jedes Unternehmen ist hiervon betroffen“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen. Ganz dringend bräuchten die Unternehmen nach wie vor unbürokratische und schnell wirkende Liquiditätshilfen. Die von Bund und Ländern beschlossenen Unterstützungsmaßnahmen werden von den Unternehmen daher weitgehend positiv beurteilt und breit in Anspruch genommen. Besonders relevant ist das Kurzarbeitergeld (92 Prozent insgesamt, in der Industrie 100 Prozent), gefolgt von staatlichen Zuschüssen (63 Prozent), steuerlichen Hilfen (60 Prozent), Darlehen der Banken SIKB und KfW (40 Prozent) und Bürgschaften (28 Prozent). Zwei Drittel der Unternehmen beklagen weniger Nachfrage. Zudem leidet jeder zweite Betrieb unter fehlenden Mitarbeitern, die infolge der Ausbreitung des Coronavirus entweder selbst erkrankt, in freiwilliger Quarantäne oder auf Grund unternehmensinterner Regelungen im Homeoffice sind.

Nachbesserungsbedarf sehen die Unternehmen allerdings insbesondere bei den Soforthilfen des Landes (62 Prozent). In der Hotellerie und Gastronomie sprechen sich sogar 90 Prozent der Betriebe für einen signifikanten Ausbau der Soforthilfen für Kleinunternehmer aus, im Handel sind es 78 Prozent. Nachsteuern sollte die Politik nach Ansicht der Unternehmen auch beim Kurzarbeitergeld (48 Prozent), bei steuerlichen Hilfen (42 Prozent) und bei den Kreditprogrammen (32 Prozent).

Mit Blick auf ihre Beschäftigungspläne gibt ein Drittel der Unternehmen an, infolge der negativen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit Personal abbauen zu müssen, während die übrigen zwei Drittel aktuell keinen Änderungsbedarf sehen.

„Alles in allem zeigen die Ergebnisse unserer zweiten Blitzumfrage eine deutliche Zuspitzung der Lage gegenüber der ersten Umfrage zu Beginn des Monats“, sagt Klingen.