Saar-Sparkassen gegen Verwahrungsgebühren und Filialschließungen

Kostenpflichtiger Inhalt: Sinkende Zinserträge, verändertes Kundenverhalten : Schwieriges Fahrwasser für die Saar-Sparkassen

Trotz Zinsdruck versucht der Sparkassenverband, Verwahrungsgebühren für Sparer und weitere Filialschließungen zu vermeiden.

Dauerhaft niedrige Leitzinsen und Kunden, die ihre Bankgeschäfte immer häufiger online und immer seltener in der Filiale erledigen – die saarländischen Sparkassen sind mit großen Herausforderungen konfrontiert. Beim gestrigen Jahresrückblick erklärte der Sparkassenverband Saar, wie man der veränderten Situation begegnen will und was das für Kunden bedeutet.

„Das Umfeld wird immer schwieriger“, erklärte Verbandspräsidentin Cornelia Hoffmann-Bethscheider.  Angesichts sinkender Zinserträge wachse der Druck auf die Banken, Kosten an die Kunden weiterzugeben. „Wir versuchen alles, um das zu verhindern“, betonte Hoffmann-Bethscheider. Bisher gebe es bei den Saar-Sparkassen nur auf hohe Vermögen weit jenseits der 100 000-Euro-Marke Verwahrungsgebühren. Sollte die Zinsflaute anhalten, könnten sie aber auch für kleinere Anlagen nicht dauerhaft ausgeschlossen werden, so die Verbandspräsidentin.

Auch eine weitere Ausdünnung des Filialnetzes wollen die Sparkassen verhindern. Die „großen Anpassungen“ der vergangenen Jahre seien abgeschlossen, so Hoffmann-Bethscheider. Das belegen auch die Zahlen: Mitte 2019 (letzter erfasster Wert) unterhielten die Sparkassen wie im Vorjahr 185 „personenbesetzte Filialen“ im Saarland; von 2017 bis 2018 wurden laut Verband noch zehn Filialen geschlossen. „Filialen vor Ort sind immer noch gefragt“, sagte Hoffmann-Bethscheider. Sie verwies darauf, dass 2019 zahlreiche Niederlassungen –etwa durch einen behindertengerechten Ausbau – modernisiert worden seien.

Überlegungen, Filialen mit den Volksbanken zu teilen, wie es die Taunus-Sparkasse und die Frankfurter Volksbank jüngst vorgemacht haben, steht der Sparkassenverband zwiegespalten gegenüber. „Grundsätzlich besteht da kein Denkverbot“, sagte Hoffmann-Bethscheider. „Wir sitzen ja im gleichen Boot.“ Sie könne sich etwa vorstellen, gemeinsame Geldautomaten anzubieten, konkrete Überlegungen dazu gebe es bisher allerdings nicht. Weitergehende Kooperationen mit Genossenschaftsbanken sieht der Sparkassenverband kritisch. „Ich würde mir das als Kunde schon allein aus Wettbewerbsgründen nicht wünschen“, sagte Christian Molitor, der kürzlich für weitere sechs Jahre als Verbandsgeschäftsführer bestätigt wurde. „In vielen Bereichen könnte das auf ein Quasi-Monopol hinauslaufen.“