Saar-Ministerin Rehlinger will Stärkung der Deutschen Bahn.

Bahn bekommt Unterstützung von Anke Rehlinger : Rehlinger fordert deutlich mehr Geld für die Bahn

Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger fordert ein deutlich stärkeres Engagement des Bundes zur Förderung der Bahn als Verkehrsmittel. Nach Ansicht der Ministerin soll der Bund seine Investitionen in den Schienenverkehr mittelfristig verdoppeln.

„Wir müssen in Deutschland mehr investieren in die Bahn, wenn wir tatsächlich in Zukunft konkurrenzfähig sein wollen zum Flugzeug und zum Pkw“, sagte Rehlinger als Vorsitzende der Konferenz der Länder-Verkehrsminister. Über einen entsprechenden Beschlussvorschlag zur Stärkung des Schienenverkehrs werden die Minister auch bei ihrer Herbsttagung an diesem Mittwoch und Donnerstag in Frankfurt beraten.

In dem Papier wird der Bund dazu aufgefordert, die Pro-Kopf-Investitionen von 77 Euro im Jahr 2018 auf mittelfristig 150 Euro pro Jahr zu erhöhen. Dies sei eine wirksame Maßnahme, um die Konkurrenzfähigkeit der Bahn zu stärken. „Wir brauchen schnelle Verbindungen. Wir brauchen auch günstigere Preise – aber was wir vor allem brauchen sind auch Verbindungen“, sagte Rehlinger. „Und zwar nicht nur auf den Hauptstrecken, sondern auch in den Regionen.“ Diese müssten wieder stärker an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn angebunden werden. Die Deutsche Bahn selbst strebt eine Verdopplung der Fahrgäste innerhalb eines Zeitraums bis zum Jahr 2030 an. Dieses Ziel könne man aber nicht nur über die starkbefahrenen Hauptstrecken erreichen. Rehlinger fordert deshalb eine Wende: Dem Rückzug aus der Fläche der vergangenen Jahre müsse wieder ein „Vordringen in die Fläche“ folgen. Geld des Bundes könne demnach in die Digitalisierung der Bahn fließen, aber auch in neue Strecken und Reaktivierungen von stillgelegten Trassen.

Saar-Wirtschaftsministerin Anke ­Rehlinger (SPD). Foto: BeckerBredel

Das Thema Bahn ist laut Rehlinger ein Schwerpunktthema auf der Verkehrsminister-Konferenz in Frankfurt. Im Juli hatten Bahn und Bund im Zuge eines Modernisierungsprogramms hohe Investitionen angekündigt: In den nächsten zehn Jahren sollen demnach rund 86 Milliarden Euro in Erhalt und Instandsetzung der Schienenwege fließen. Der Bund trägt von den Gesamtmitteln 62 Milliarden Euro, also 6,2 Milliarden Euro pro Jahr. Zudem sagte die Bundesregierung dem Staatskonzern in seinem Klimapaket für den Zeitraum elf Milliarden Euro zusätzliches Eigenkapital zu.

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