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Saar LB legt im ersten Halbjahr 2022 deutlich zu​

Prognose für 2023 noch unklar : Saar-LB legt im ersten Halbjahr 2022 deutlich zu

Die Landesbank Saar hat im ersten Halbjahr 2022 deutlich zugelegt. Vor allem im Frankreichgeschäft will sie wachsen, heißt es. Eine Prognose für 2023 gestaltet sich wegen des Ukraine-Kriegs jedoch schwierig.

Die Landesbank Saar (Saar-LB) hat im ersten Halbjahr 2022 in allen Bereichen weiter zulegen können. Erst zum Jahresende erwartet das größte saarländische Kreditinstitut, dass sich die Konjunktur eintrübt. Das Frankreich-Geschäft, das bei den Krediten rund 45 Prozent ausmacht, bleibt stabil und soll weiter ausgebaut werden. Diese Bilanz präsentierte der Vorstand am Donnerstag vor Journalisten. Das Neugeschäft kletterte um 30 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Der Zinsüberschuss verbesserte sich um fünf Millionen Euro auf 71,3 Millionen Euro, und das das Ergebnis vor Steuern lag mit 16,1 Millionen Euro „deutlich über Vorjahr“, sagte Vorstandssprecher Thomas Bretzger. Zudem sei die harte Kernkapitalquote mit 13,4 Prozent „erfreulich hoch“.

Bei neuen Krediten hatten Immobiliendarlehen mit einem Anteil von 36 Prozent die Nase vorn, gefolgt von den kommunalen Kunden in Deutschland (17 Prozent) sowie den deutschen und französischen Firmenkunden. Der komplette Kreditbestand addiert sich derzeit auf 12,7 Milliarden Euro.

Deutlich mehr Verwaltungsaufwand bei Saar-LB

Nach oben gegangen ist allerdings der Verwaltungsaufwand. Er kletterte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 um neun Prozent auf 50 Millionen Euro. Massiv seien beispielsweise die Pflichtbeiträge für die Bankenabgabe gestiegen, mit deren Geld die Kreditinstitute in der Eurozone gestützt werden sollen, wenn sie in Schieflage geraten. „Außerdem müssen sich immer mehr Mitarbeit damit befassen, die Vorgaben der Aufsichtsbehörden zu erfüllen“, klagte Bretzger. Derzeit beschäftigt die Landesbank – auf Vollzeitstellen gerechnet – 415 Frauen und Männer.

Im Frankreichgeschäft will die „deutsch-französische Regionalbank“ (Eigendarstellung) weiter wachsen. „Unsere Kunden sind unter anderem mittelständische Unternehmen“, sagte Vorstandsmitglied Frank Eloy. Attraktiv seien auch Infrastruktur-Projekte wie die Sanierung von Krankenhäusern und alles, was in „Paris 2024“ investiert wird, wenn die Olympischen Sommerspiele in der französischen Hauptstadt stattfinden. Auch das Engagement in die erneuerbaren Energien laufe weiterhin gut. In Zukunft wolle Frankreich den Bau neuer Wasserkraftwerke vorantreiben. „Hier wollen wir mitmischen.“ Anfang kommenden Jahres eröffnet die Saar-LB zudem ein Vertriebsbüro in Lyon, um die Region Rhône-Alpes besser betreuen zu können. Neben Paris und Straßburg wäre Lyon die dritte Dependance im Nachbarland.

Ukraine-Krieg macht Prognose für 2023 schwierig

Auch das Geschäft der Landesbausparkasse (LBS), eine Tochter der Saar-LB, lief im ersten Halbjahr gut, wie der stellvertretende Vorstandschef Gunar Feth erläuterte. „4000 neue Bausparverträge haben die LBS-Beschäftigten sowie die Vertriebs-Mitarbeiter der Sparkassen von Januar bis Juli abgeschlossen.“

Für den Rest des Jahres befürchtet der Vorstand, dass sich die Konjunktur eintrübt. „für 2023 sind die Prognosen schwierig“, sagt Bretzger. Der Krieg in der Ukraine „bringt hohe Unsicherheit und wachsende Risiken mit sich.“ Außerdem „steigern die hohen regulatorischen Anforderungen und die Inflation den Kostendruck“. Eine schwieriger werdende Konjunktur „wird zudem das Neugeschäft belasten“.