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Saar-LB legt bei Krediten kräftig zu

Landesbank : Saar-LB legt bei Krediten kräftig zu

Mehr Kredite, mehr Zinseinnahmen. Von einem guten Jahr spricht man bei der Saar-LB. Und blickt optimistisch in die Zukunft.

„Sehr zufrieden“ könne man mit dem Jahr 2018 sein, sagte Saar-LB-Vorstandschef Thomas Bretzger am Freitag anlässlich der Bilanzpressekonferenz der Landesbank. Vor allem das Neugeschäft hat sich sehr gut entwickelt. 2,3 Milliarden Euro an neuen Krediten hat die Bank demnach im vergangenen Jahr einfahren können.

Dabei ist das Kreditgeschäft über alle Bereiche gewachsen. Beim Firmenkundengeschäft hat die Bank mit 400 Millionen Euro in Deutschland und 440 Millionen Euro in Frankreich am stärksten zugelegt, das Immobiliengeschäft verzeichnet in Deutschland und Frankreich gemeinsam einen Zuwachs von 550 Millionen Euro, beim Projektgeschäft, das vor allem Vorhaben im Bereich der Erneuerbaren Energien umfasst, stehen ebenfalls 550 Millionen Euro Neugeschäft in der Bilanz und bei den Krediten für Kommunen und kommunalnahe Betriebe hat die Saar-LB 280 Millionen an Neukrediten einfahren können.

Dieses Plus macht sich letztlich auch bei den Einnahmen bemerkbar. Während bei anderen Banken der Zinsüberschuss seit Jahren zurückgeht, hat vor allem das Kreditneugeschäft hier einen erheblichen Schub gebracht. Der Zinsertrag ist von 112,4 Millionen auf 125,5 Millionen Euro gestiegen. Anders sieht es dagegen beim Provisionsüberschuss, der von 13,6 Millionen auf 8,2 Millionen Euro gesunken ist. Dafür seien auf der einen Seite rückläufige Kreditprovisionen verantwortlich auf der anderen Seite positive Sondereffekte im Vorjahr.

Letztlich macht sich die gute Entwicklung auch beim Ergebnis nach Steuern bemerkbar: Nach 11,9 Millionen Euro im Vorjahr hat die Bank nun ein Jahresergebnis von 23,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Davon gehen 14,2 Millionen Euro ins Eigenkapital, 9,2 Millionen Euro werden als Dividende an die Anteilseigner ausgeschüttet. Die Saar-LB gehört mehrheitlich dem Land (74,9 Prozent). 25,1 Prozent hält der Sparkassenverband Saar.

Auch im laufenden Jahr setzt die Bank auf Wachstum: Unter anderem hat sie Anfang des Jahres mit dem Pôle Franco-Allemand ein Kooperationsprojekt unter anderem mit Anwälten, Steuerberatern und Projektentwicklern in Frankreich initiiert. Nach Aussagen von Vertriebsvorstand Frank Eloy sind über den Pôle bereits zwei Großprojekte abgewickelt worden, unter anderem die Ansiedlung eines Unternehmens aus Nordrhein-Westfalen in Frankreich. „Die Kooperation ermöglicht es dann unter anderem, den Kunden Rechtsberatung, Finanzierung, Immobilienbewertung und Steuerberatung gemeinsam anzubieten“, sagt Eloy. Er geht hier bis Jahresende von einem Neugeschäftsvolumen von 100 Millionen Euro aus.

Wachstum erwartet er aber auch von den neuen Standorten der Saar-LB. Bereits im November hat die Bank ein neues Vertriebsbüro in Mannheim eröffnet, seit März ist ein Standort im Trier am Start, von dem aus auch der Luxemburger Markt betreut wird. Und ein neues Büro in Koblenz soll im zweiten Halbjahr eröffnet werden. 30 Prozent des Neugeschäftes sollen schon in diesem Jahr aus den neuen Standorten kommen, sagt Eloy. Im kommenden Jahr sollen es dann 50 Prozent sein.

Im Zuge der Weiterentwicklung der Bank sei auch Digitalisierung ein Kernthema, sagt Vorstand Matthias Böcker. Mitte kommenden Monats gehe die Bank mit einem neuen Digitalprojekt unter dem Namen „vis-a-vis“ an den Start, das Prozesse stark beschleunigen soll. So könne der Kunde über das Portal stets sehen, welchen Status sein Kreditantrag habe, wer in der Bank am Prozess beteiligt ist und welche Dokumente möglicherweise noch fehlen.

Auch die geplante Verlagerung der Privatkundenkonten zur Sparkasse Saarbrücken sei auf einem guten Weg, sagte Vorstand Gunar Feth am Freitag. Mit einem Drittel der rund 1000 Kunden habe es Gespräche gegeben. Die Zahl negativer Rückmeldungen sei dabei ausgesprochen gering geblieben, sagt er.