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Saar-HWK-Geschäftsführer Klein-Zirbes wechselt zur IHK Kassel-Marburg

Neuer Posten bei IHK Kassel-Marburg : Saar-Handwerkskammer verliert ihren Hauptgeschäftsführer

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK), Arnd Klein-Zirbes, verlässt zum Jahresende die Kammer. Er wechselt in gleicher Funktion zur Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg.

Überraschung in der saarländischen Wirtschaftszene: Arnd Klein-Zirbes, seit sechs Jahren Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer des Saarlandes, gibt seine Position ab und verlässt das Saarland. Die Vollversammlung der Industrie-und Handelskammer Kassel-Marburg hat den gebürtigen Bonner am Dienstagabend einstimmig zu ihrem neuen Hauptgeschäftsführer gewählt. Er tritt das Amt am 1. März 2021 an und wird bereits zum Jahreswechsel vor Ort sein. Zuvor hatte sich bereits das IHK-Präsidium sowie eine Findungskommission zur Besetzung der Spitzenposition einstimmig für Klein-Zirbes ausgesprochen.

Er selbst sieht darin ,,nicht den Weg von etwas weg, sondern hin zu etwas Neuem", sagte Klein-Zirbes am Mittwoch zur Saarbrücker Zeitung. Er verlasse das Saarland auch mit einem Stück Wehmut, denn gemeinsam mit Kammerpräsident Bernd Wegner (CDU) sei es gelungen, die Handwerkskammer des Saarlandes in vielen Bereichen zu modernisieren sowie deutlich stärker in der Öffentlichkeit zu positionieren, auch gegenüber der Politik auf Landes- und Bundesebene. Vor allem sei es in den vergangenen Jahren gelungen, die Bedeutung des Handwerks weiter zu stärken und auch die Handwerksberufe für deutlich mehr junge Menschen als eine attraktive Alternative zu einer akademischen Laufbahn zu positionieren, sagt Klein-Zirbes. Die Kammer arbeite heute nach dem modernen Verständnis ,,politisch, nahbar und effizient".

Klein-Zirbes geht in einer Phase von Bord, in der die saarländische Handwerkskammer erneut vor großen Herausforderungen steht. So steht gerade jetzt die Realisierung des millionenschweren Neubaus des Bildungszentrums bevor, das gegenüber der Zentrale der Handwerkskammer entstehen soll. Für das ehrgeizige Projekt hat die Kammer lange gekämpft und am Ende auch finanzielle Unterstützung bekommen. Klein-Zirbes und Präsident Wegner, die beide exzellent vernetzt sind und über zahlreiche Kontakte verfügen, konnten sich schließlich mit ihren Vorstellungen durchsetzen. Diesem Duo ist es auch zu verdanken, dass die saarländische Handwerkskammer in den vergangenen sechs Jahren während der Ära Klein-Zirbes deutlich politischer geworden ist. Sie verschafft sich nicht nur regelmäßig Gehör bei der Landesregierung, etwa, wenn es darum geht, den Bestand der Meisterschule des Handwerks auch in den kommenden Jahren sicherzustellen, oder auch eine generelle Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung im Saarland zu erreichen. Sie fordert die Landesregierung zugleich auch bei strukturellen Entscheidungen heute deutlich stärker heraus als früher. So ist es beispielsweise ein Hauptanliegen der Handwerkskammer an die Landesregierung, den Breitbandausbau und die Digitalisierung deutlich schneller voranzutreiben, damit Handwerksbetriebe unabhängig vom Standort ihres Unternehmens möglichst überall an der Saar die gleichen Wettbewerbsbedingungen vorfinden, um mit ihren Dienstleistungen im Digitalzeitalter ihre Kunden auch möglichst schnell und komfortabel erreichen zu können.

Kammerpräsident Bernd Wegner bedauert den Weggang seines Weggefährten Klein-Zirbes und hebt zugleich dessen großes Engagement für die Saar-Handwerkskammer in den vergangenen Jahren hervor. Klein-Zirbes habe mit für eine grundlegende Neuausrichtung der Kammer gesorgt, eine neue Führungsstruktur verankert und auch auf zahlreichen Wegen für eine deutlich höhere Wahrnehmbarkeit der Kammer in der Öffentlichkeit gesorgt. Dies alles innerhalb eines umfassenden Strategieprozesses mit zahlreichen Maßnahmen. Schwerpunkte seien gegenwärtig die Fortsetzung der Digitalisierung sowie die große Aufgabe der Fachkräftesicherung. Klein-Zirbes habe es zudem verstanden, die Kammer auch stark in neuen Medien wie etwa YouTube mit zahlreichen Beiträgen zu platzieren. Letzteres sei auch ein geeignetes Mittel, um mehr junge Menschen zu erreichen.

Auffällig ist zudem, dass im Rahmen der öffentlichen Wahrnehmung seit einiger Zeit verstärkt Bundesprominenz die zahlreichen Aktivitäten der Saar-Handwerkskammer begleitet: von den jährlichen Meisterfeiern bis hin zu Diskussionsrunden. So verweisen Wegner und Klein-Zirbes etwa auf die Mitwirkung von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU), Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sowie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die allesamt erst in jüngster Zeit bei Veranstaltungen der Kammer zu Gast waren.

Ein Nachfolger für Klein-Zirbes als Hauptgeschäftsführer steht noch nicht fest. Nach Angaben von Präsident Wegner werden entsprechende Gespräche in Kürze beginnen.