Rehlinger: Saarland soll Modellregion für Wasserstoff-Antrieb werden

Internationale Automobil-Ausstellung in Frankfurt : Saarland soll H2-Modellregion werden

Am Rande der IAA in Frankfurt wirbt Anke Rehlinger für mehr Investitionen in Wasserstoff-Antriebe.

Rund 44 000 Arbeitsplätze sind im Saarland direkt oder indirekt von der Automobilindustire abhängig. „Aber genau diese Branche steht aktuell vor dem größten Umbruch ihrer Geschichte“, sagte Wirtschafts- und Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) am Montag am Rande ihres Besuchs der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt. Das Thema Automotive sei daher die zentrale wirtschafts- und standortpolitische Aufgabe der nächsten Jahre.

Anke Rehlinger, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr (SPD). Foto: dpa/Harald Tittel

Noch hinke die Entwicklung der Wasserstoff-Antriebe der E-Mobilität hinterher, meinte die Ministerin, aber „die Nutzung von H2 als kohlenstofffreiem Treibstoff gehört zu Bausteinen für die CO2-arme Mobilität der Zukunft.“ Deshalb müsse mehr in Betriebserfahrung investiert werden. Rehlinger will das Saarland daher als Modellregion für das Programm „HyExperts“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur bewerben.

Seit Samstag ist die IAA für das breite Publikum geöffnet. Die insgesamt 68. Internationale Automobilausstellung ist geprägt von der schwierigen Lage der Branche: In diesem Jahr erstreckt sich die Messe nur noch über vier Hallen des Geländes. Vor allem internationale Hersteller haben entschieden, nicht mehr in Frankfurt präsent zu sein.

Außerdem überschatten Proteste die Messeneuheiten. Rund 15 000 Demonstranten forderten laut Polizeiangaben am Wochenende mehr Klimaschutz und eine rasche Verkehrswende. Nach Blockadeaktionen am Sonntag hat die Polizei am Montag aber ein weitgehend positives Fazit gezogen. Der Tag sei im Großen und Ganzen friedlich verlaufen, sagte eine Polizeisprecherin. Bei einer Blockade an einer Zufahrtsstraße zur Messe seien 88 Platzverweise ausgesprochen worden. Außerdem seien 26 Menschen in Gewahrsam genommen worden. Grund dafür seien nicht vorhandene Ausweispapiere gewesen. Wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Versammlungsgesetz seien außerdem drei Strafverfahren eingeleitet worden.

Aufgerufen zu den Blockaden hatte das Bündnis „Sand im Getriebe“ aus Umwelt- und Klimaaktivisten. Die Demonstranten setzten sich auf die Stufen vor dem Haupteingang und machten ihn bis zum Nachmittag unpassierbar. Zeitweise waren zudem ein weiterer Eingang sowie einzelne Zufahrtswege dicht.

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