Rehlinger fordert besseren Schutz der Stahlindustrie im Saarland

Mehr Kurzarbeit im Saarland : Kurzarbeit auch bei den Stahlwerken Bous

Nach Saarstahl haben jetzt auch die Stahlwerke Bous bis zum Jahresende Kurzarbeit beantragt. Die Gründe sind jedoch andere, bestätigt die Gewerkschaft IG Metall.

Während Saarstahl auf die zurückgehende Nachfrage aus der Autoindustrie verweist, habe der Hauptkunde der Stahlwerke Bous seit einiger Zeit weniger Bestellungen eingereicht. Dabei handele es sich um den Düsseldorfer Röhrenhersteller Vallourec, der 80 Prozent der Bestellungen bei den Stahlwerken Bous ausmache. Nach Angaben von Ralf Cavelius, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen, ist der Vier-Schicht-Betrieb der Stahlwerke Bous betroffen, der normaler­weise an sechs Tagen arbeitet. Anders als bei Saarstahl werde für die Beschäftigten der Stahlwerke Bous nicht das Kurzarbeitergeld aufgestockt. Das Werk liefert Stahl-Blockguss an Vallourec. Dort wiederum werden Röhren für den Kraftwerks- und Energiesektor hergestellt.

Unterdessen fordert Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) von der EU einen besseren Schutz der saarländischen Stahlindustrie. Zwar habe die EU schon in Form von „Safeguards“ Zollkontingente im Stahlsektor festgelegt als Maßnahme gegen Billig-Stahl von Ländern von außerhalb der EU. Allerdings seien weitere Anpassungen nötig. „Die aktuellen Maßnahmen mit Safeguards von drei Prozent reichen nicht aus, um die Stahlindustrie in Europa vor den Stahlimporten aus Drittstaaten zu schützen.“ Rehlinger warnt vor einer „massiven Belastung für die saarländische Stahlindustrie“ und fordert, die geplanten weiteren Anpassungsschritte der „Safeguards“ in Richtung Null Prozent zu reduzieren.