Push.gr: An der HTW startet ein Projekt für Start-ups im Saarland

Start-ups : Netzwerk für junge Unternehmer

Um junge Menschen nach ihrem Abschluss in der Großregion zu halten, hat die HTW das Projekt „Push.gr“ gestartet.

Jungen Unternehmen aus den Hochschulen des Landes (Start-ups) oder Studenten, die sich vorstellen können, nach ihrer Ausbildung eine Firma zu gründen, sollen mit ihren Plänen und Aktivitäten nicht nur auf das Saarland und höchstens noch Deutschland beschränkt bleiben Für sie sollen künftig auch die Grenzen in der Großregion Saar-Lor-Lux sowie in die Wallonie hinein kein Hindernis mehr darstellen, um sich entfalten zu können. Das ist Ziel des Projekts „Push.gr“, zu dem jetzt der Startschuss fiel und das auf vier Jahre angelegt ist.

„Am Ende soll eine Informations- und Kommunikationsplattform stehen, die zum Ziel hat, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und innovative Unternehmensgründungen in der Großregion voranzutreiben“. So beschreibt Professor Jürgen Griebsch, Vizepräsident der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), das Vorhaben, das er und sein Team federführend verantworten. Mit ins Boot geholt hat er alle Universitäten und Fachhochschulen der Region – aus Saarbrücken, Trier, Kaiserslautern, den Technoport Belval aus Luxemburg sowie die Universitäten Lüttich und Lothringen. Mit an Bord sind auch die diversen Gründerzentren im Grenzraum, die für viele junge Unternehmen oft die erste Heimat sind. Unterstützt wird das Vorhaben zudem von zahlreichen Partnern wie beispielsweise der Sparkasse Saarbrücken oder den Wirtschaftskammern. Das Saarbrücker Softwarehaus Eurokey ist für die technische Umsetzung der künftigen Plattform zuständig.

3,5 Millionen Euro sollen bis Ende 2022 in dieses Projekt fließen. Das meiste Geld stammt aus den EU-Programmen Interreg für grenzüberschreitende Vorhaben und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre). Das saarländische Wirtschaftsministerium ist mit 122 000 Euro dabei.

Die Partner versprechen sich eine Menge davon. „Es wandern zu viele junge Leute ab, die bei uns ausgebildet wurden und großes Potenzial haben“, bedauert Griebsch. „Sie ziehen in die Zentren ihrer Länder. Dabei würden sie hier dringend gebraucht.“ Doch ein Blick über die Grenzen eröffne erst das Potenzial. „Allein 300 Forschungseinrichtungen sind in der Großregion vorhanden“, erinnert der Hochschullehrer.

„Zudem gibt es schon eine Menge hoffnungsvolle Start-ups, die aus den Hochschulen heraus gegründet wurden“, betont Jens Krück, Abteilungsleiter in der Kontaktstelle für Wissens- und Technologietransfer (KWT) an der Saar-Uni. Allein dort erblickten in den vergangenen fünf Jahren jährlich 27 Jungunternehmen das Licht der Welt. „Im Saarland finden wir nicht immer die passenden Kooperationspartner für unsere Firmen“, sagt er. „Mit der Öffnung in die Großregion sehen wir wesentlich mehr Möglichkeiten.“ Das könnte auch den Aufbau von Kontakten zu etablierten Unternehmen beinhalten, „die auf der Suche nach entsprechendem Wissen sind“, meint Krück.

„Vielleicht werden Studierende des Deutsch-Französischen Hochschulinstituts durch dieses neue grenzüberschreitende Netzwerk, das wir jetzt aufbauen wollen, dazu animiert, sich selbstständig zu machen“, meint Anna Lawera, Existenzgründungsberaterin beim Fitt-Institut für Technologietransfer an der HTW. Sie hat schon 23 Ausgründungen begleitet, die alle noch existieren, und sie weiß daher, wo bei den jungen Firmen der Schuh drückt.

Jürgen Griebsch, Vize-Präsident der HTW, ist verantwortlich für „Push.gr“. Foto: Griebsch privat

Auch Laurent Damiani, Direktor des Forbacher Gründerzentrums Eurodev, hat schon Ideen, wie er die Szene in der Region aufmischen will. Für den 17. Oktober hat er in seinem Center ein Abendessen mit einem sogenannten Speed-Dating geplant. Die Teilnehmer erhalten während dieses Abends in einem festen Rhythmus die Gelegenheit, sich bei den einzelnen Menü-Gängen mit anderen Gleichgesinnten auszutauschen. „Ich bin überzeugt, dass es dabei zu wertvollen Kontakten kommt“, sagt Damiani.

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