Neocosmo stellt Programm für Unternehmenskommunikation vor

Kostenpflichtiger Inhalt: „Piipe“ : Neocosmo baut am Flurfunk der Zukunft

Zwei Saarländer entwickeln ein Programm für die Kommunikation innerhalb eines Unternehmens.

In Zukunft kann auch der Flurfunk digital ablaufen. Die technischen Voraussetzungen dafür stellt die Saarbrücker Firma Neocosmo zur Verfügung. Das Unternehmen, das die beiden saarländischen IT-Veteranen Volker Zimmermann und Frank Milius (siehe Info) vor fünf Jahren gegründet haben, „kann eine Informations-Drehscheibe für alle zur Verfügung stellen, die in einem Unternehmen arbeiten – und zwar auf jeden individuell abgestimmt“. Die beiden Neocosmo-Chefs sind davon überzeugt, dass sie mit ihrer Lösung „Piipe“ die richtige Plattform für das Kommunikationsbedürfnis in vielen Firmen und Organisationen geschaffen haben – eine Mischung aus Webseite, sozialem Medium und einem Youtube-ähnlichen Video-Kanal.

„Jeder Mitarbeiter kann damit das Informationsangebot seines Unternehmens nutzen, auch wenn er an seinem Arbeitsplatz – zum Beispiel in der Produktion oder auf einer Pflegestation – keinen Computer zur Verfügung hat“, erläutert Zimmermann. „Das Ganze funktioniert auch als App, die er sich auf sein Smartphone legen kann.“

Die Neocosmo-Plattform wird derzeit bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Saar eingerichtet. „Sie soll mitsamt der App Mitte August für alle Beschäftigten freigeschaltet werden und die E-Mail-Kommunikation ersetzen“, sagt der zuständige Awo-Landesgeschäftsführer Holger Wilhelm. „Ab dann kann jeder Mitarbeiter das, was ihn aus seinem Unternehmen interessiert, für sich persönlich zusammenstellen.“

Frank Milius nennt Beispiele: Frauen und Männer, die bei der Awo in der Pflege arbeiten, „können genau diesen Bereich herausgreifen, wenn sie mehr darüber wissen wollen“, sagt er. „Bei den Beschäftigten in der Jugendhilfe kann die Interessenlage wiederum eine ganz andere sein.“ Es könnten auch Newsletter zusammengestellt werden, in denen die Themen, die viele interessieren, regelmäßig behandelt werden. Welche Fragen besonders spannend sind, könne anhand der Klickzahlen ermittelt werden. „Damit man nicht in seinem eigenen Saft schmort, ist die Verlinkung mit dem Internet jederzeit möglich“, sagt Zimmermann. Das könne bei der Awo zum Beispiel sinnvoll sein, „wenn eine gesellschaftspolitische Diskussion zur Pflege angestoßen wird oder sich die Gesetzeslage ändert.“ Auch Lerninhalte könnten auf diese Weise unabhängig vom Medium – Text oder Video – vermittelt werden.

Doch es müssen nicht immer Informationen zum Betriebsalltag sein, die auf der Plattform landen. „Auch Berichte über Firmenfeste, Ausflüge oder ähnliches gehören dorthin“, sagt Milius. Denkbar sei zudem eine virtuelle Pinnwand mit Kauf- oder Verkaufs-Angeboten. „Jeder Awo-Mitarbeiter kann künftig eigene Posts abschicken“, verspricht Wilhelm.

Wie weit die Kommunikationsfreiheit gehen soll, „ist am Ende jedem Kunden selbst überlassen“, meint Zimmermann. Das müsse firmenintern geregelt werden. So arbeite Neocosmo derzeit an einer Lösung für einen großen, global agierenden Industriezulieferer, der seine Mitarbeiter in der ganzen Welt erreichen will. „Hier ist beispielsweise die Geschäftsführung sehr mitteilsam, um die Beschäftigten auf dem Laufenden zu halten.“ Bei anderen Kunden habe der Betriebsrat einen gut gehenden Blog, in dem er regelmäßig über Arbeitnehmerfragen informiert.

Das Unternehmen ist auf Expansionskurs. Derzeit wird eine Zweigstelle im Umfeld des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) eingerichtet. Neocosmo erwirtschaftet rund 1,2 Millionen Euro Umsatz und beschäftigt 18 Mitarbeiter. Bis Ende 2020 solle die Zahl der Beschäftigten auf 30 steigen, sagt Zimmermann.

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