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Mitarbeiter bei Thyssen-Krupp Gerlach in Homburg bekommen weniger Geld

Neues Vergütungssystem: 487 Euro weniger : IG Metall Saarpfalz: Ärger mit Thyssen-Krupp Gerlach

136 der 239 Mitarbeiter an den Produktionslinien des Kurbelwellenbauers Thyssen-Krupp Gerlach in Homburg sollen der Gewerkschaft IG Metall zufolge in Zukunft pro Monat 487 Euro weniger auf dem Konto haben.

Grund ist laut dem Ersten Bevollmächtigten der IG Metall Homburg-Saarpfalz, Ralf Reinstädtler, ein neues kompliziertes Entgelt-Prämiensystem. Die Reduzierung soll ab Februar über die nächsten zwei Jahre gestreckt werden. Ein Sprecher von Thyssen-Krupp sagte auf Nachfrage: „Wir wollen differenzierte, leistungsbezogene Vergütung für unsere Mitarbeitenden anbieten.“ Das alte System sei nicht mehr zeitgemäß gewesen. Gerlach als Hersteller von geschmiedeten Kurbelwellen spüre den Wettbewerb besonders bei den Kosten für Stahl, Energie und Personal.

Im Übrigen rückt für den in Finanznöten steckenden Stahl- und Industriekonzern Thyssen-Krupp die Entscheidung über einen Verkauf der milliardenschweren Aufzugssparte näher. An diesem Donnerstag kommt der Aufsichtsrat zu seiner wahrscheinlich entscheidenden Sitzung zu dem Thema zusammen. Bis dahin will der Vorstand um die neue Konzernchefin Martina Merz klären, ob einer der beiden noch im Bieterrennen verbliebenen Bewerber den Zuschlag für das profitable Geschäft erhalten soll. Im Rennen sind zwei Gruppen von Finanzinvestoren. Das ist zum einen ein Konsortium aus Blackstone, Carlyle und Canadian Pension Plan. Zur zweiten Bewerbergruppe um die Finanzinvestoren Advent und Cinven gehört auch die RAG-Stiftung aus Essen.

Offen ist, ob Thyssen-Krupp das Geschäft mit Aufzügen und Rolltreppen komplett verkaufen oder einen Teil behalten will. Betroffen von einem Verkauf der Aufzugssparte wäre fast jeder dritte der weltweit rund 160 000 Beschäftigten.