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Millionen fließen in Hil-Werk in St. Wendel, Panzerhalle wird geplant

St. Wendel : Bund investiert 40 Millionen Euro in Hil-Werk Saar

Das Ziel ist ambitioniert. In zwei Jahren soll Spatenstich für die neue Panzerhalle des St. Wendeler Werkes der Heeresinstandsetzungslogistik (Hil) sein. Ein millionschweres Vorhaben und Kern der Zukunftsausrichtung des Werkes.

Dieses Ziel gab Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Freitagmorgen bei ihrem Besuch im Hil-Werk in St. Wendel vor.

Damit in diesen 24 Monaten die dafür notwendigen Planungen und Verfahren abgeschlossen werden können, haben Bund, Land, Landkreis und Stadt St. Wendel eine Absichtserklärung unterschrieben, in der sie sich zur Zukunft des St. Wendeler Werkes bekennen und versichern, eng und partnerschaftlich zusammenzuarbeiten. Eine Arbeitsgruppe der vier Partner hat schon ihre Arbeit aufgenommen. Kramp-Karrenbauer sprach von einer Mammutaufgabe.

Zum Hintergrund: Vor zwei Jahren hatte die Verteidigungsministerin angekündigt, dass die Werke der Heeresinstandsetzungslogistik nicht privatisiert werden, sondern weiter als Eigengesellschaft des Bundes geführt werden. Damit ging eine jahrelange Auseinandersetzung zu Ende. Aktuell betreibt die Hil Gmbh noch drei Werke, neben St. Wendel eines in Darmstadt und eines in Doberlug-Kirchhain in Brandenburg. In den kommenden Jahren wird Darmstadt als eigenständiges Werk geschlossen und zu einem Flächenstützpunkt ausgebaut.

In St. Wendel wird die Instandhaltung von Kettenfahrzeugen konzentriert, hier entsteht in den kommenden zehn Jahren das so genannte Ausbildungs- und Kompetenzzentrum „Kette“. Gewartet werden dann auch schwere Kettenfahrzeuge wie der Kampfpanzer Leopard 2 oder der Schützenpanzer Puma.

Mindestens 40 Millionen Euro werde man in St. Wendel investieren, unterstrich Annegret Kramp-Karrenbauer am Freitag. 160 neue Arbeitsplätze zu den aktuell 400 sollen hinzukommen. Mit dem Geld wird die neue Panzerhalle gebaut: Aber aber auch bereits bestehenden Hallen sollen modernisiert werden. Ebenso ist der Neubau der Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr geplant. „Wir brauchen eigene Kräfte zur Instandhaltung“, betonte die Ministerin in St. Wendel: „Mein Ziel ist es, dass die Hil und die Bundeswehr dauerhaft in der Region verwurzelt bleiben.“ Um die Pläne zu verwirklichen, brauche man die Hilfe vor Ort, um Verzögerungen zu vermeiden.

Diesen Weg wollen Land, Landkreis und Stadt mitgehen. Das Land werde alles daran setzen, dass die Verfahren schnell zum Ziel kommen, sagte  Ministerpräsident Tobias Hans. Landrat Udo Recktenwald betonte: „Ich biete an, dass unsere Baugenehmigungsbehörde von Anfang an das Verfahren mitbegleitet.“ Das spare Zeit. „Es geht um unser Werk.“ Bürgermeister Peter Klär sprach von einem künftigen Schwerpunkt der Stadtentwicklung: „Hier entsteht ein Stückweit Zukunft für unsere Stadt.“ Verteidigungsministerin, Ministerpräsident, Landrat und Bürgermeister unterzeichneten die Absichtserklärung. Darin sichern die vier Partner zu, die in ihrem gesetzlichen Verantwortungsbereich liegenden Planungs- und Genehmigungsverfahren ohne Zeitverzug voranzutreiben. 

Unterdessen läuft der normale Betrieb im St.Wendeler Werk weiter. Militärisches Gerät, vom gepanzerten Radfahrzeug bis zum ABC-Material wird gewartet und instandgesetzt. Die Ministerin konnte sich bei ihrem Besuch vor Ort von einer Innovation aus St. Wendel überzeugen. Mit Hilfe eines Drei-D-Druckers können Ersatzteile hergestellt und Standzeiten verkürzt werden.