1. Saarland
  2. Saar-Wirtschaft

Mehr Firmenpleiten im Saarland

Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel : Mehr Firmenpleiten im Saarland

Gegen den Bundestrend und trotz allgemein guter Wirtschaftslage ist die Zahl der Firmenpleiten im Saarland im vergangenen Jahr kräftig gestiegen.

Auf vergleichsweise niedrigem Niveau erhöhte sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 8,1 Prozent von 272 im Vorjahr auf 294, wie die Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel errechnet hat. Einen stärkeren Anstieg gab es den Angaben vom Donnerstag zufolge im Vergleich der 16 Bundesländer nur in Hamburg (plus 11,1 Prozent auf 748 Fälle).

Gemessen an den Insolvenzen je 10 000 Firmen ergab sich für das Saarland ein Wert von 85 - der zweitschlechteste nach Berlin mit 90. Die wenigsten Firmenpleiten gab es demnach in Thüringen mit 36 Fällen je 10 000 Unternehmen. Der Bundesschnitt lag bei 58. Die Insolvenzzahlen im Saarland liegen allerdings immer noch unter dem relativ hohen Niveau des Jahres 2016 als 342 Fälle gezählt wurden.

Rheinland-Pfalz kommt in der Jahresstatistik von Crifbürgel mit 46 Pleiten je 10 000 Unternehmen gleichauf mit Mecklenburg-Vorpommern auf die viertbeste Quote. Die Gesamtzahl der Firmeninsolvenzen in Rheinland-Pfalz blieb mit 714 zum Vorjahr (721) fast unverändert.

Bundesweit traten nach Angaben der Auskunftei 19 005 Unternehmen den Gang zum Insolvenzrichter an - überwiegend kleinere Firmen mit höchstens fünf Mitarbeitern. Ein Jahr zuvor hatte es 19 552 Unternehmensinsolvenzen gegeben. Damit sank die Zahl im zehnten Jahr in Folge und fiel auf den tiefsten Stand seit Einführung der neuen Insolvenzordnung im Jahr 1999.

Ähnliche Zahlen hatte im Dezember Creditreform veröffentlicht. Amtliche Daten für das Gesamtjahr 2019 gibt es im März vom Statistischen Bundesamt. 2020 rechnen Experten erstmals seit Jahren wieder mit einer Zunahme der bundesweiten Insolvenzzahlen - unter anderem, weil die Konjunktur schlechter läuft.

(dpa)