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Mehr Arbeitslose im Saarland zu Jahresbeginn

Neue Zahlen der Arbeitsagentur : Mehr Arbeitslose im Saarland zu Jahresbeginn

Die Arbeitslosigkeit im Saarland ist zu Jahresbeginn gestiegen. Rund 35 200 Menschen waren im Januar arbeitslos gemeldet, das waren 6,7 Prozent oder 2200 Menschen mehr als im Dezember 2019.

Das teilte die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Donnerstag in Saarbrücken mit. Im Vergleich zum Januar des Vorjahres stieg die Zahl ebenfalls um 6,7 Prozent (2200 Menschen mehr). Vor einem Jahr waren an der Saar 33 000 Frauen und Männer arbeitslos. Die Arbeitslosenquote lag im Januar bei 6,6 Prozent. Vor vier Wochen betrug sie 6,2 Prozent und vor einem Jahr ebenfalls 6,2 Prozent.

„Erwartungsgemäß sind wir in den Januar mit steigender Arbeitslosigkeit gestartet“, sagte Heidrun Schulz, die Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. Dies sei eine saisonbedingt typische Entwicklung.

„Insbesondere aus den Außenberufen haben sich mehr Menschen arbeitslos gemeldet“, meinte sie. „Allerdings sind auch im Vergleich zum Vorjahr wieder mehr Frauen und Männer ohne Beschäftigung - worin ich auch die Auswirkung einer konjunkturellen Eintrübung erkenne. Ebenso verzeichnen wir bei den Stellen deutliche Rückgänge.“ Die Entwicklung am Arbeitsmarkt 2020 sei derzeit schwierig einzuschätzen.

Im Januar meldeten sich 4100 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Dies waren 1000 Menschen mehr als im Dezember (plus 33,5 Prozent). Andererseits konnten rund 2200 Menschen die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden, das waren 400 Menschen oder 21,1 Prozent mehr als im Vormonat.

Im Januar waren 8300 Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 650 Stellen oder 7,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die meisten Stellen gab es in der Zeitarbeit (1760) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (1120), im Handel (970) und im Verarbeitenden Gewerbe (740).

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit überrasche nicht, er entspreche vielmehr dem jahreszeitlich üblichen Verlauf erklärte Heino Klingen, der Hauptgeschäftsführer der saarländischen Industrie- und Handelskammer (IHK), nach Bekanntgabe der Zahlen. „Anders als in den letzten Jahren wird die Entwicklung aber inzwischen maßgeblich von der konjunkturellen Schwäche und den strukturellen Problemen in Teilen der Saarindustrie bestimmt“, sagte Klingen am Donnerstag. Darauf deuteten insbesondere die sinkende Beschäftigung in der Industrie sowie die höhere Zahl an Arbeitslosen und der Rückgang bei den offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr hin. Klingen sagte: „Die weitere Entwicklung des Saar-Arbeitsmarktes bleibt daher mit erheblichen Risiken behaftet.“

(dpa)