Landtag beschäftigt sich mit Insolvenz der Gusswerke Saarbrücken

Nach Insolvenz der Gusswerke Saarbrücken : „Hier zeigt sich die böse Fratze des Kapitalismus“

Die Insolvenz des Autozulieferers Gusswerke Saarbrücken beschäftigt jetzt auch den Saar-Landtag.

Am Mittwoch trifft sich der Wirtschaftsausschuss des Parlaments zu einer Sondersitzung. So will der Vorsitzende der Links-Fraktion, Oskar Lafontaine, „unter anderem wissen, warum zunächst zugesagt wurde, dass die Löhne für die rund 1000 Saarbrücker Beschäftigten und die Abfindungen für 200 ausscheidende Mitarbeiter gesichert sind und kurz danach Insolvenzantrag gestellt werden musste“. „Es kann nicht sein, dass wegen eines einstelligen Millionenbetrags, zu dessen Übernahme der Kunde VW nicht bereit war, 1000 Arbeitsplätze bedroht sind“, sagte er gestern.

Für den Vorsitzenden der SPD-Fraktion, Ulrich Commerçon, „zeigt sich hier die böse Fratze des Kapitalismus“. VW müsse „bereit sein, in die Verantwortung zu treten“. Da das Land Niedersachsen mit 11,8 Prozent am Autokonzern beteiligt ist, „hat das Unternehmen auch eine Verantwortung im Sinne des Gemeinwohls“. CDU-Fraktionschef Alexander Funk hegt den Verdacht, „dass hier nicht an jeder Stelle mit offenen Karten gespielt wurde“.

Für den AfD-Fraktionsvorsitzenden Josef Dörr „trägt auch die Gewerkschaft IG Metall eine Mitschuld“. Sie befinde sich seit Jahrzehnten „auf Kuschelkurs mit den Arbeitgebern und hat verlernt, für ihre Mitglieder zu kämpfen“.

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