Kompetenzzentrum in Saarbrücken vermittelt digitale Kenntnisse an Saar-Firmen

Angebot des Kompetenzzentrums Mittelstand 4.0 : Digitale Starthilfe für Saar-Firmen

Im Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 in Saarbrücken werden Unternehmen für das Internetzeitalter fit gemacht.

Das Saarbrücker Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 hat sein Beratungsangebot um den Themenschwerpunkt Künstliche Intelligenz (KI) erweitert. „Wir wollen die Möglichkeiten, die KI heute schon bietet, für die Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen greifbar machen und ihnen die Einsatzmöglichkeiten aufzeigen“, sagt Sabine Betzholz-Schlüter, die für den Projektpartner Saaris im Zentrum tätig ist (siehe Info).

„Es gibt heute schon Bürocomputer, die menschliche Sprache verstehen“, ergänzt ihr Kollege Leenhard Hörauf, der hauptberuflich für das Zema arbeitet (siehe Info). „Die Maschine kann beispielsweise Besprechungen protokollieren und ist in der Lage, die Gesprächsbeiträge einzelner Teilnehmer auseinander zu halten.“ Auch Termine oder Hotelbuchungen könnten sich „über textbasierten Dialogsysteme, so genannte Chatbots, koordinieren und organisieren lassen“, erläutert Tim Kappel, der zusammen mit Tobias Greff vom August-Wilhelm-Scheer (AWS)-Institut zum Kompetenzzentrum abgeordnet ist. KI-Module könnten auch in der Fertigung sinnvoll eingesetzt werden, indem beispielsweise Montage-Assistenten die Maschinen so steuern, dass sie auf die Geschicklichkeit und Tagesform der Bediener eingehen können und dadurch Fehler vermieden werden, sagt Hörauf.

Doch auch die anderen Felder der Digitalisierung, die das Kompetenzzentrum schon immer auf der Agenda hatte, sollen in Zukunft nicht zu kurz kommen. „Wir wollen den Unternehmen, die uns um Rat fragen, weiterhin alle Chancen der Digitalisierung aufzeigen, indem wir ihre Alltagssituation kennenlernen und dann Lösungen erarbeiten, um ihr Geschäftsmodell mithilfe der IT zu verbessern“, verdeutlicht Hörauf. „Wir sind niemandem verpflichtet und nehmen keine Honorare, sondern arbeiten kostenfrei.“ „Oft helfen kleine Schritte weiter und auch die Größe des Unternehmens spielt keine Rolle“, sagt Kappel. Außerdem sei es nicht von Bedeutung, ob sich jemand bereits mit Fragen der Digitalisierung beschäftigt hat oder nicht.

Greff nennt als jüngstes Beispiel die Blieskasteler Firma Saar-Pfalz-Zaun, die auf den Bau von Zäunen und Steinmauern aller Art spezialisiert ist. „Wir haben zunächst die Webseite auf Vordermann gebracht“, erläutert er. „Anschließend haben wir sie für Suchmaschinen optimiert, sodass jeder, der sein Grundstück einfrieden lassen will, im Internet als erstes auf Saar-Pfalz-Zaun stößt“. Allein diese beiden Maßnahmen hätten die Auftragslage „spürbar verbessert“, was Mitinhaber Alexander Dessbesell bestätigt. „Außerdem haben wir im Kompetenzzentrum die Arbeitsorganisation des Unternehmens digitalisiert“, sagt Greff. „Die Annahme, Bearbeitung und Abrechnung der Aufträge werden heute per Smartphone-App bearbeitet – einschließlich der Einsatzplanung der Mitarbeiter.“

Um den Firmen, die das Kompetenzzentrum um Rat fragen, noch besser helfen zu können, soll im Herbst außerdem ein Expertennetzwerk geknüpft werden, „in das sich jeder einbringen kann, der für seine Anforderungen eine passende Digitalisierungslösung gefunden hat“, sagt Betzholz-Schlüter. Diese würden systematisch erfasst und registriert, „sodass dieses Wissen bei einer ähnlichen Herausforderung abgerufen werden kann“. Allerdings müssten sich die Lösungen bereits bewährt haben.

Um die Dienstleistungen des Saarbrücker Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0, das vor rund zwei Jahren seine Arbeit aufnahm, noch bekannter zu machen, veranstaltet das zwölfköpfige Team im Herbst eine große Regionalkonferenz. Dort sollen unter anderem aktuelle Praxisbeispiele vorgestellt und neue Ideen oder Themen präsentiert werden. Sie findet am 20. September ab 12.30 Uhr im Zema statt (siehe Info). Eröffnet wird sie von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

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