Kommentar zum angekündigten Stellenabbau bei Bosch in Homburg

Kostenpflichtiger Inhalt: Kommentar : Das Saarland unter Zugzwang

Die jüngsten Entwicklungen bei Ford und jetzt auch bei Bosch in Homburg zeigen sehr deutlich, dass die für die wirtschaftliche Entwicklung des Saarlandes neben der Stahlindustrie wichtigste Branche, die Autoindustrie, immer stärker auf eine große Krise zusteuert.

Bei Ford in Saarlouis ist längst noch nicht klar, was nach 2024 produziert werden soll. Die Unternehmensleitung äußert keine klaren Vorstellungen. Wird es noch ein gesichertes Nachfolgemodell für den Focus geben? Setzt man auf Elektromobilität, andere Technologien oder wird das Werk verkauft, gar geschlossen? Niemand weiß das heute.

Auch bei Bosch in Homburg kommt es zur großen Bewährungsprobe. Bosch-Chef Denner kündigt einen Personalabbau an den Diesel-Standorten an. Er glaubt nicht einmal mehr generell an ein Wachstum in der Pkw-Herstellung in den nächsten Jahren. All diese Entwicklungen muss die Landesregierung auf den Plan rufen. Das Saarland muss energisch darum kämpfen, Modellregion für neue Technologien in der Autoindustrie zu werden, etwa als Standort für Wasserstoff-Wirtschaft und Brennstoffzellen-Technik. Das würde Bosch sowie vielen Zulieferern der Autoindustrie helfen. Ohne massives Engagement des Landes, auch in der Werbung um Forschungsaufträge in den Unternehmenszentralen der Autohersteller, droht der Rückfall des Saarlandes in die Bedeutungslosigkeit, verbunden mit dem Verlust zehntausender Arbeitsplätze.

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