Kommentar: Weniger Bürokratie für die Kleinen

Kommentar : Weniger Bürokratie für die Kleinen

Die Fusionitis unter den Saar-Genossenschaftsbanken dürfte allmählich abflauen. Kein Wunder, bei fünf Verbliebenen halten sich Zusammenschluss-Phantasien in Grenzen. Dass die Zeiten dieses saarländischen Banken-Kuschelzoos mit noch 40 Instituten Anfang der 1990er Jahre irgendwann zu Ende gehen würden, war absehbar.

Schon damals waren einige von ihnen zum Überleben zu klein, ihr Beharrungsvermögen jedoch groß. Doch der Bürokratie-Tsunami, die Niedrigzins-Dürre und der Einzug der Digitalisierung in die Bankenwelt ließen die Geschäftsmodelle der kleinen Banken dahinschmelzen. Dennoch sollte nicht vergessen werden, dass es die Sparkassen und Genossenschaftsbanken waren, die den Sturm der Finanzkrise vor zehn Jahren einigermaßen unbeschadet überstanden haben. Die verbliebenen Institute haben daher mehr politische Unterstützung verdient und sollten nicht dem Brüsseler Hang zur Gleichmacherei geopfert werden. Weniger Bürokratie für die Kleinen würde hier schon helfen.

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