Knapp 4000 Besucher kommen zur Messe Jobbing Center nach Saarbrücken

Jobmesse : Großer Andrang im Saarbrücker Jobbing Center

Zur Premiere der neu konzipierten Jobmesse in Saarbrücken kamen Tausende junger Leute in das ehemalige C&A-Gebäude.

Fast wie früher beim Sommerschlussverkauf. Kaum öffnen sich am Donnerstagmorgen die Türen des früheren C&A-Gebäudes in Saarbrücken, strömen Hunderte Menschen hinein. Junge Leute vor allem, Schüler und Studenten. Das ehemalige Warenhaus ist umfunktioniert in ein Jobbing Center, in dem sich Unternehmen, Behörden und Hochschulen auf drei Etagen präsentieren und den potenziellen Nachwuchs umwerben. Geboten werden Ausbildungs- und Studiengänge, Stellen für Praktikanten und Werksstudenten und ganz reguläre Jobs. Die Dillinger Hütte, Aldi, Hydac, Hager, Peter Gross Hoch- und Tiefbau, die Saar-LB, Klima Becker, der Schwesternverband Pflege und Assistenz – große, mittlere und kleinere Unternehmen diverser Branchen suchen dort Nachwuchs. Schwerpunkte sind die Bereiche Industrie, Software und Bau.

„Jetzt ist die Bude schon voll. Das ist irre“, sagt Georg Maringer, Vizepräsident der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) bei der offiziellen Eröffnung. Am Abend sind es dann nach Angaben der Veranstalter knapp 4000 Besucher. Maringer wirkt erleichtert, war er sich doch im Vorfeld offenbar nicht ganz sicher, ob das neue Messekonzept aufgehen würde. In dieser Form findet das Jobbing Center zum ersten Mal statt. Hervorgegangen ist es aus der Karrieremesse Connect@htw Saar an der HTW und der Jobmeile, die von der Standortfördergesellschaft Saaris veranstaltet wurde. HTW und Saaris haben sich zusammengetan und gemeinsam das Jobbing Center organisiert.

Nach einer halben Stunde „haben wir schon die ersten Bewerbungsunterlagen bekommen“, sagt Sabine Ehrlich-Philippi, die bei der Lebacher Global Retool Group für die Kommunikation zuständig ist. Annika Schmitt gehört an dem Stand zu den ersten Besuchern und füllt ein Blatt aus, um sich für ein Praktikum in der Personalabteilung zu bewerben. „Ich studiere Betriebswirtschaftslehre an der HTW – im sechsten Semester – und suche einen Praktikumsplatz“, sagt die 20-Jährige aus Illingen. Unmittelbar gefallen hat ihr, „dass man Verantwortung übernehmen darf“, sagt Schmitt.

Lukas Merl und Tim Welter sind noch nicht ganz so weit, dass es um Bewerbungen ginge. Die beiden 19-Jährigen studieren im zweiten Semester Elektrotechnik und sondieren an den Ständen, welche Anwendungsgebiete ihnen gefallen. Zunächst geht es beiden darum herauszufinden, welche „Vertiefungsrichtung“ sie im Studium wählen, wie Merl sagt – also wo sie Schwerpunkte setzen. Daneben schauen sie sich nach Stellen für Werkstudenten um und auch schon ein wenig, wohin es nach dem Studium gehen könnte. Informiert haben sie sich bei mehreren Industriearbeitgebern: unter anderem beim Automatisierungstechnik-Unternehmen Resa Systems aus Saarwellingen, beim Neunkircher Windenergieanlagenbauer Vensys und beim Püttlinger Maschinenbauer Dürr Assembly Products.

Saaris-Geschäftsführer Christoph Lang dürfte sich darüber freuen, soll doch die Messe vor allem die Botschaft senden: „Das Saarland bietet Karrierechancen.“ Auf dass die HTW-Absolventen – und überhaupt alle junge Leute nach Ausbildung oder Studium – im Saarland bleiben und nicht anderswo nach Jobs suchen. Daneben ist ihm aber noch eine Botschaft wichtig – an die Unternehmen: „Bewerbt euch beim Publikum, seid attraktive Arbeitgeber.“ In Zeiten des Fachkräftemangels müssten sich die Firmen anstrengen, um Nachwuchs zu bekommen.

HTW-Studentin Annika Schmitt informiert sich am Stand der Lebacher Global Retool Group bei Florian Alles und Philipp Breit (v.l.). Foto: Iris Maria Maurer

Das haben aber viele Arbeitgeber offenbar begriffen. „Wir haben 111 Aussteller. Wir hätten ohne Probleme noch 20 weitere haben können“, sagt Maringer. Wenn nicht der Platz im ehemaligen C&A-Gebäude schon komplett belegt gewesen wäre.

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