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Keine Paketzustellung für Menschen im Saarland wegen Post-Warnstreik

Beschäftigte fordern mehr Lohn : Warnstreiks bei der Post gehen auch im Saarland weiter

Die Beschäftigten der Deutschen Post haben auch am Freitag wieder in weiten Teilen Deutschlands die Arbeit niedergelegt. Im Saarland war die Niederlassung Saarbrücken mit ihren Zustellbasen St. Ingbert und Hülzweiler betroffen.

Somit hätten vor allem Haushalte, deren Postleitzahl mit den Ziffern „66“ beginnt, am Freitag keine Pakete bekommen, berichtet Tanja Lauer, Landesfachbereichsleiterin der Gewerkschaft Verdi. Zudem wurde das Paketzentrum im rheinland-pfälzischen Saulheim lahmgelegt, von wo Pakete nach Saarbrücken versendet werden.

Insgesamt 30 Beschäftigte hätten an den Saar-Standorten am Freitag gestreikt, sagt Lauer. „Das entspricht einem guten Drittel der Beschäftigten in diesem Bereich.“ Zwar seien die Warnstreiks im Saarland damit vorerst beendet, „es kann aber gut sein, dass weitere kommen, wenn sich die Arbeitgeberseite nicht bewegt“, kündigt die Gewerkschafterin an.

Deutschlandweit haben am Freitag nach Firmenangaben 65 000 Pakete und 356 000 Briefe ihre Empfänger nicht wie geplant erreicht. Der Anteil an der bundesweiten Tagesmenge ist aber gering: Wie die Deutsche Post mitteilte, handelte es sich um 1,2 Prozent der Pakete und um 0,6 Prozent der Briefe. Am Vortag waren im Rahmen der Warnstreiks deutlich mehr Sendungen liegengeblieben. Allerdings beziehen sich die niedrigen Prozentzahlen auf die bundesweite Menge – in Regionen, die von den Auswirkungen betroffen sind, können durchaus viele Briefkästen leergeblieben sein. Rund 900 Beschäftigte beteiligten sich am Freitag laut Post an den Arbeitsniederlegungen.

Verdi fordert in der Auseinandersetzung 5,5 Prozent mehr Geld für 140 000 Beschäftigte und begründet dies unter anderem mit guten Geschäften im Online-Handel. Die Post hält so eine Tariferhöhung für zu hoch, sie verweist auf Einbußen bei der Werbepost und auf die schwächelnde Konjunktur wegen Corona.

Zuletzt sah es trotz der Pandemie aber gut aus für den Bonner Konzern: Im zweiten Quartal 2020 kletterte sein Umsatz mit Briefen und Paketen in Deutschland um sieben Prozent auf 3,63 Milliarden Euro.