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Kein Tarifabschluss im saarländischen Groß- und Außenhandel

Tarifverhandlung : Keine Einigung im Groß- und Außenhandel

Auch die dritte Verhandlungsrunde im saarländischen Groß- und Außenhandel ist am Donnerstag ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Damit ist das Saarland das letzte Bundesland ohne Tarifabschluss.

„Das ist skandalös und geringschätzend von den Arbeitgebern“, sagt Verdi –Verhandlungsführerin Monika Di Silvestre. Insbesondere deshalb, weil das Lohnniveau hier ohnehin niedriger als in anderen Bundesländern sei. Verdi fordert für die saarländischen Arbeitnehmer unter anderem eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um drei Euro pro Arbeitsstunde. Diese, wie Di Silvestre selbst sagt, „horrende Forderung“ soll die Schere schließen. Der Flächentarifvertrag sieht indes eine Erhöhung von drei Prozent im ersten Jahr und 1,9 Prozent im zweiten Jahr vor. Das sei das Mindeste, sagt Di Silvestre.

„Es hat nichts mit Geringschätzung der Arbeit zu tun“, sagt Jörg Schultheiß, der die Verhandlungen aufseiten des saarländischen Handelsverbands führt. Verdis Forderung sei „wirtschaftlich nicht machbar“. In seinen Augen hinkt der Ländervergleich: „Man muss die Besonderheiten im Saarland berücksichtigen“. Außerdem sei der aktuelle Vertrag im Einvernehmen mit Verdi geschlossen worden. Schultheiß hofft für die nächste Gesprächsrunde am 19. September auf einen Abschluss für die rund 10 000 bis 12 000 Beschäftigte im Groß- und Außenhandel.