1. Saarland
  2. Saar-Wirtschaft

Karstadt Kaufhof in Neunkirchen soll schließen, Filialen in Saarbrücken nicht

„Schwarzer Freitag“ für die Beschäftigten : Neunkircher Kaufhof schließt – Saarbrücker Kaufhäuser bleiben

Galeria Karstadt Kaufhof will 62 Filialen dichtmachen. Davon ist auch eine der drei Niederlassungen im Saarland betroffen.

Entsetzen in Neunkirchen, Aufatmen in Saarbrücken. Von den angekündigten Filialschließungen bei Galeria Karstadt Kaufhof bleibt die Landeshauptstadt verschont, die dritte saarländische Niederlassung der Kaufhauskette soll dagegen schließen. Darüber hat die Konzernleitung die Beschäftigten am Freitag informiert. In dem Kaufhaus am Neunkircher Stummplatz sind laut der Gewerkschaft Verdi 60 Mitarbeiter direkt beschäftigt. „Dazu kommen im ähnlichen Umfang Beschäftigtenzahlen in Tochter- und Subunternehmen“, sagte der saarländische Gewerkschaftssekretär Alex Sauer. Er sprach von einem „schwarzen Freitag“.

Insgesamt will Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern 62 seiner 172 Warenhäuser schließen. Davon sind dem Betriebsrat zufolge über 5000 Mitarbeiter betroffen. Sie sollen für die Dauer von mindestens einem halben Jahr in eine Transfergesellschaft wechseln können. Laut Betriebsrat sollen auch 25 Reisebüros geschlossen werden. Unklar ist, was mit den Karstadt-Sports-Häusern geschehen soll.

Im Saarland hatte man befürchtet, dass auch eines der beiden Häuser in Saarbrücken, die nur wenige hundert Meter voneinander entfernt sind, geschlossen werden könnte. Dies ist nun nicht der Fall. Landeswirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) zeigte sich dennoch erschüttert. „Der bundesweite Kahlschlag bei Galeria Karstadt Kaufhof trifft auch das Saarland, vor allem aber die Beschäftigten hart“, sagte Rehlinger. Sie kündigte an, die Belegschaft bei ihrem Kampf um die Arbeitsplätze zu unterstützen. Auch die Gewerkschaft Verdi will die Schließungen nicht hinnehmen. „Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, sagte Stefanie Nutzenberger, Mitglied im Verdi-Bundesvorstand.

Galeria Karstadt Kaufhof war schon vor der Corona-Krise in finanzielle Schieflage geraten, die sich in der Pandemie zugespitzt hat. Anfang April musste der Konzern Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen. Dennoch droht weiterhin die Insolvenz. Die Warenhauskette rechnet durch die Pandemie und den durch sie ausgelösten Konjunkturabschwung bis Ende 2022 mit Umsatzeinbußen von bis zu 1,4 Milliarden Euro. Zahlreiche Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass die Sparmaßnahmen nicht ausreichen werden, um die Zukunft der Kaufhauskette zu sichern.