Neues Kapitel in Unternehmensgeschichte Saarländer können jetzt bei der Karlsberg-Brauerei ihr Geld anlegen

Homburg · Die saarländische Traditionsbrauerei startet ein neues Kapitel in seiner Unternehmensgeschichte. Saarländerinnen und Saarländer können daran aktiv teilnehmen.

Die Karlsberg Brauerei in Homburg stellt sich auf weiteres Wachstum ein. Dabei soll auch eine neue Anleihe helfen, die sich an Privatlanleger und professionelle Marktteilnehmer richtet. Sie umfasst ein Zielvolumen von bis zu 50 Millionen Euro.

Die Karlsberg Brauerei in Homburg stellt sich auf weiteres Wachstum ein. Dabei soll auch eine neue Anleihe helfen, die sich an Privatlanleger und professionelle Marktteilnehmer richtet. Sie umfasst ein Zielvolumen von bis zu 50 Millionen Euro.

Foto: Karlsberg

Saarländer haben die Möglichkeit, ein Stück weit bei der Karlsberg-Brauerei Geld anzulegen und am künftigen Wachstum des Traditionsunternehmens teilzunehmen. Zum vierten Mal in Folge seit dem Jahr 2012 legt die Brauerei eine neue Anleihe auf. Diese ist auf einen Zeitraum von fünf Jahren angelegt. Sie richtet sich an Privatanleger, die Geld für mehrere Jahre anlegen möchten, sowie an professionelle Marktteilnehmer. Das sind zum Beispiel große Investment- und Kapitalgesellschaften oder auch Vermögensverwalter, die an der Börse große Beträge bewegen und über umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit Anleihen verfügen.

Karlsberg-Brauerei: Anleihe umfasst Zielvolumen von bis zu 50 Millionen Euro

Wie hoch ist die Anleihe? Sie umfasst ein Zielvolumen von bis zu 50 Millionen Euro. Der Mindestbetrag, um sich als Privatanleger an der Investition beteiligen zu können, liegt bei 1000 Euro, oder einem Vielfachen davon. Je nachdem, wie viel man anlegen will.

Welche Zinsen erwarten den Anleger? Der jährliche Zinssatz wird in einer Spanne zwischen sechs und sieben Prozent liegen und jeweils halbjährlich im Nachhinein ausgezahlt. Erstmals am 7. November 2024. Wie hoch er genau ausfällt, steht fest, wenn klar ist, wie viele institutionelle und private Anleger sich an dieser Anleihe beteiligen wollen. Nach fünf Jahren wird die Anleihe zum Nennwert inklusive Stückzinsen zurückgezahlt.

Bier-Marken von der Karlberg-Brauerei in Homburg/Saar: Ottweiler, St. Wendel, Trier
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Das sind Biermarken unter dem Dach der Homburger Karlsberg-Brauerei

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Foto: Karlsberg/Thomas Seeber

Anleihe wird ab 7. Mai an Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt

Bis wann muss die Entscheidung gefallen sein? Voraussichtlich bis zum 25. April 2024. Eine Verkürzung der Frist ist möglich, wie es beispielsweise bei der letzten Anleihe war. Die Anleihe wird ab dem 7. Mai an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt, voraussichtlich sechs Monate später auch an der Osloer Börse.

Wie kommt man zu der Anleihe? Über die Hausbank, bei der man sein Depot hat. Wie hoch die Zuteilung am Ende ist, die man erhält hängt davon ab, wie viele institutionelle Anleger und Privatpersonen diese Anleihe zeichnen werden. Die Anleihe ist mit einem Zielvolumen von insgesamt 50 Millionen Euro ausgelegt.

Bei jeder unbesicherten Anleihe gibt es Risiken

Gibt es Risiken? Bei jeder unbesicherten Anleihe gibt es Risiken. Etwa, dass das Unternehmen gesetzte strategische Ziele nicht erreicht, was sich negativ auf den Börsenkurs der Anleihe auswirken kann, oder wenn man selbst das Geld vor Ablauf der vereinbarten Frist plötzlich benötigt. Der Ein- und Ausstieg aus einer Anleihe wie die der Karlsberg Brauerei ist auch während der Laufzeit möglich, allerdings zu dem dann gerade geltenden Börsenkurs, der zu einem solchen Zeitpunkt auch niedriger sein kann als der, zu dem man die Anleihe ursprünglich erworben hat. Im Prospekt, den jeder Interessent bekommen kann, sind die wichtigsten Risikofaktoren auch ausführlicher dargestellt. Die neue Anleihe richtet sich auch an Personen oder institutionelle Anleger, die bereits Anteile an der dritten Karlsberg-Anleihe für den Zeitraum von 2020 bis 2024 hatten. Ihnen wird ein öffentliches Umtauschangebot mit Mehrerwerbsoption gemacht.

Was ist noch zu beachten?

Was ist noch zu beachten? Christian Weber, Geschäftsführender Gesellschafter der Karlsberg Brauerei Kommanditgesellschaft rät Privatanlegern dazu, sich vor einem Engagement in die Anleihe sehr genau und ausführlich mit dem Unternehmen, seine Zielen sowie Geschäftszahlen zu befassen. Dies ist möglich anhand des von der Luxemburgischen Finanzmarktaufsichtsbehörde (Commission de Surveillance du Secteur Financier - CSSF) am 3. April gebilligten Wertpapierprospekts, der neben zahlreichen Angaben zur Karlsberg Brauerei auch mit der Anleihe verbundene Risiken zusammenfasst. Dieser Prospekt kann im Internet runtergeladen werden unter investoren.karlsberg.de unter der Rubrik „Anleihe 2024/29“

Christian Weber sieht in der Anleihe eine Möglichkeit, als weiteres Finanzierungsinstrument neben den Einnahmen aus dem laufenden Geschäft und laufenden Bankkrediten Möglichkeiten zur Verfügung zu haben, Investitionen in die Brauerei zu tätigen. „Für uns als Unternehmen ist der fest definierte Zinssatz wichtig mit einer mittelfristigen Laufzeit. Das ermöglicht es uns zugleich, für die kommenden fünf Jahre verlässlich zu planen. Zudem können wir damit die Refinanzierung der vorausgegangenen Anleihe vornehmen, die ebenfalls 50 Millionen Euro umfasste“, so Weber. Mit den bisherigen drei Anleihen habe man bereits sehr gute Erfahrungen gemacht.

Generell sieht die Strategie der Brauerei nach den Worten von Weber jährliche kontinuierliche Investitionen vor, zum Beispiel für neue Maschinen oder auch die Entwicklung neuer Produkte. Zudem wurden im Geschäftsjahr 2023 sowohl bei der Marke Karlsberg als auch Mixery Umsatzzuwächse erreicht. Der Bruttoumsatz lag bei 153,3 Millionen Euro. Das EBITDA, also der Gewinn vor Zinsen und Steuern und Abschreibungen, erreichte mit 17,7 Millionen Euro eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Weber sieht die Zeichen bei der saarländischen Traditionsbrauerei auf weiteres Wachstum ausgerichtet. „Wir haben uns als Brauerei für das Finanzierungsinstrument der Anleihe entschieden, weil wir es als langfristige Finanzierung für richtig halten. Zumal wir unser gesamtes Unternehmen darauf ausgerichtet haben, auch erfolgreich in die nächste Generation zu gehen.“

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