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Im Saarland und im Bund entstehen kaum noch neue Windräder

Saarland ebenfalls betroffen : In Deutschland werden kaum noch neue Windräder an Land gebaut

Der Ausbau der Windenergie an Land ist in Deutschland fast zum Erliegen gekommen. Im ersten Halbjahr lag der Bruttozubau bei 287 Megawatt (MW) beziehungsweise 86 Anlagen – im Vergleich zum bereits schwachen Vorjahreszeitraum war dies ein Rückgang von 82 Prozent.

Das geht aus Zahlen der Deutschen Windguard hervor. „Genehmigungsstau und Klageflut belasten die Branche“, sagte der Präsident des Bundesverbands Windenergie (BWE), Hermann Albers. Er forderte die Politik zu einem Windenergie-Gipfel auf.

Zieht man den Rückbau von Windenergieanlagen ab, ergibt sich demnach ein Nettozubau von 231 MW beziehungsweise 35 Anlagen. Die Branchenverbände sprachen vom schlechtesten Wert seit Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000. Als Hauptgrund für den Einbruch gelten lange Genehmigungsverfahren.

Im Saarland ist der Bau neuer Windräder laut Energieministerium bereits 2017 weitgehend zum Erliegen gekommen. Nach Angaben des Landesamts für Umwelt und Arbeitsschutz hat die Behörde 2017 kein einziges Windrad genehmigt. Im Jahr 2018 seien Genehmigungen für insgesamt vier Windenergieanlagen erteilt worden, 2019 bisher für fünf, so das Umweltministerium.

BWE-Präsident Albers sagte, die Energiewende scheitere nicht an den Kosten – sondern werde durch eine unzureichende Flächenbereitstellung in den Ländern, fehlende Genehmigungen und Klagen sowie Widerspruchsverfahren gegen bereits erteilte Genehmigungen aufgehalten. Er forderte die Politik auf, Genehmigungsverfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen. Es müsse geprüft werden, ob sich Klageverfahren über Jahre hinweg ziehen müssten.

Der Verband BEW erwartet zwar im zweiten Halbjahr mehr neue Anlagen als in der ersten Jahreshälfte. Er schraubte aber seine Prognose für das Gesamtjahr herunter, auf einen Bruttozubau von rund 1500 MW. In den Jahren 2014 bis 2017 lag der jährliche Zubau laut Branchenangaben noch bei durchschnittlich 4600 MW.