1. Saarland
  2. Saar-Wirtschaft

IHK und VSU kritisieren Pläne für Home-Office-Gesetz, Lob von DGB und Arbeitskammer

Kostenpflichtiger Inhalt: Gesetzespläne von Arbeitsminister Heil : Kritik aus Saar-Wirtschaft an Recht auf Home-Office

Die IHK Saarland hält einen Gesetzesanspruch auf Arbeiten daheim für falsch. Der DGB Saar begrüßt dagegen die Pläne von Arbeitsminister Heil (SPD).

In der Saar-Wirtschaft stoßen die Pläne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) für ein gesetzlich verankertes Recht auf Arbeiten im Home-Office auf Ablehnung. Der Staat maße sich mit einem solchen Gesetz Zuständigkeiten an, die ihm nicht zukämen, sagte Heino Klingen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes (IHK), am Montag der SZ: „Das müssen die Tarifpartner miteinander aushandeln, die können eine bessere Balance zwischen betrieblichen Bedürfnissen und den Belangen der Arbeitnehmer schaffen.“ Mit Blick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sieht Klingen Heimarbeit aber positiv.

Der Verband der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) hält Home-Office zwar für ein gutes Mittel in der Corona-Krise. Doch ein gesetzlicher Anspruch sei realitätsfern, sagte ein VSU-Sprecher: „In vielen Betrieben ist das schlicht unmöglich. Es muss möglich bleiben, Arbeit und Privates voneinander zu trennen.“ Zudem könne Home-Office auch zu Stress-Situationen führen.

Eugen Roth, Vorsitzender des Bezirks Saar des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), hält dagegen eine gesetzliche Normierung der Heimarbeit für richtig: „Die Frage ist nicht, ob es zu einem Gesetz kommt, sondern wie es ausgestaltet wird.“ Wichtig sei die Einbeziehung der Beschäftigten. Auch müsse darauf geachtet werden, die Privatsphäre zu Hause zu wahren, sagte Roth. Arbeit im Home-Office dürfe nicht zu einer „Entgrenzung der Arbeit ins Private“ führen.

Beatrice Zeiger, Geschäftsführerin der Arbeitskammer des Saarlandes, befürwortete die Gesetzespläne. Sie warnte aber, Home-Office dürfe nicht zu einer einseitigen Pflicht für Arbeitnehmer werden. Viele Beschäftigte würden bereits jetzt merken, dass Home-Office nicht immer so leicht sei, wie sie sich das vor der Krise vorgestellt hätten, sagte Zeiger.