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IHK: Talsohle in Saar-Wirtschaft durchschritten

Saarbrücken : IHK: Talsohle in Saar-Wirtschaft durchschritten

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt angespannt. Bis Jahresende werden 10 000 neue Arbeitslose befürchtet.

In der Saarwirtschaft scheint es, als wäre die Talsohle nach der Corona-bedingten Schwächephase durchschritten. Das signalisieren Unternehmen mit Blick auf ihre aktuelle Geschäftslage und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Nach vier Rückgängen in Folge konnte der IHK-Lageindikator im Juli erstmals wieder gegenüber dem Vormonat zulegen. Er stieg um 1,9 Punkte auf minus 7,7 Punkte. Insgesamt bewerten derzeit 22 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 49 Prozent mit befriedigend und 29 Prozent mit schlecht. Deutlich besser ist hingegen die Stimmung im Dienstleistungssektor. Hier berichten inzwischen wieder 84 Prozent der befragten Unternehmen über gute oder befriedigende Geschäfte und damit so viele wie seit fünf Monaten nicht mehr. „Allerdings wird die Erholung eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen und nur zäh verlaufen. Das gilt vor allem für die Industrie, die weiterhin spürbare Impulse vom Export vermisst. In Teilen der Dienstleistungswirtschaft zeigen sich dagegen zunehmend Belebungstendenzen. Auf dem Arbeitsmarkt steht unterdessen die schwierigste Zeit erst noch bevor“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen.

Ein wesentlicher Grund für die trüben Aussichten ist laut IHK die schwache Industriekonjunktur. In der Branche sei die Zahl der Beschäftigten bereits um rund 6000 zurückgegangen, sagte Klingen. In der Stahlindustrie, der Auto- und Autozulieferindustrie sowie dem Maschinenbau „ist die Lage weiterhin teils deutlich angespannt“, heißt es in der IHK-Auswertung der Juni-Konjunkturumfrage der Kammer. Darüber hinaus sieht Klingen andauernde große Probleme in Teilen der Dienstleistungsbranche, etwa in der Gastronomie. Er befürchtet für den Herbst einen Anstieg der Insolvenzen und damit auch einen Verlust von Arbeitsplätzen – bis zu 10 000 mehr bis zum Jahresende. Gerade kleine und mittlere Unternehmen dürften „in arge Bedrängnis“ kommen, erwartet Klingen. Er appellierte daher an die Landesregierung, schnell ein Beratungsprogramm für mittelständische Unternehmen aufzulegen, um Pleiten zu verhindern. Vor Jahren habe es solch ein Instrument schon mal gegeben.