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IHK Saarland beschließt neue Führungsstruktur

Neue Struktur : IHK Saarland beschließt Sparprogramm

Die IHK Saarland ist bei ihrer Umstrukturierung vorangekommen. Die Vollversammlung billigte eine Neuordnung der Geschäftsbereiche. Dies ist Teil des Sparkurses. Gleichwohl gibt es in der Belegschaft weiterhin Unruhe.

Die Industrie- und Handelskammer des Saarlandes (IHK) stellt sich schlanker auf. Die Vollversammlung der Mitgliedsunternehmen hat am Montag eine Neuorganisation beschlossen. Ohne Gegenstimmen, bei drei Enthaltungen, also mit großer Mehrheit, wie Hauptgeschäftsführer Heino Klingen am Montagabend (8. April) sagte. Trotzdem ist nicht sprichwörtlich alles Friede, Freude, Eierkuchen. Einige Punkte sind weiterhin offen, die in dem noch weitergehenden Sparprogramm auch Einschnitte für die Belegschaft bedeuten können.

Die IHK will mit dem Sparkurs bis Ende 2021 die Defizite auf Null senken. Im vergangenen Jahr betrug das Minus 12,95 Millionen Euro. Den Beschlüssen zufolge wird die Kammer künftig nur noch drei statt fünf Geschäftsbereiche haben. Anders als ursprünglich geplant soll es weiterhin fünf Geschäftsführer geben.

Heino Klingen, Hauptgeschäftsführer der IHK Saarland, sieht die Kammer auf gutem Weg, die Sparziele zu erreichen. Foto: IHK Saarland/BeckerBredel

Das bisherige Geschäftsfeld „Recht und zentrale Dienste“ bleibt erhalten und wird nach IHK-Angaben um ein zentrales Veranstaltungsmanagement erweitert. Dieser Bereich wird von der stellvertretenden Hauptgeschäftsführerin Heike Cloß geleitet. Neu geschaffen wird ein Bereich „Wirtschaftspolitik und Unternehmensförderung“, der künftig auch für Fragen der Gründungsförderung zuständig sein wird. Chef dieser IHK-Sparte ist Geschäftsführer Carsten Meier. Dem Geschäftsbereich angegliedert ist ein „Kompetenzzentrum Außenwirtschaft“ mit Geschäftsführer Oliver Groll an der Spitze. Für Aus- und Weiterbildung bleibt Peter Nagel zuständig. Größeres Gewicht soll laut IHK künftig das Thema Digitalisierung erhalten. Ein neuer beim Hauptgeschäftsführer angesiedelter Stabsbereich wird von Geschäftsführer Mathias Hafner geleitet. Dieses Geschäftsfeld wird auch die Kommunikation der IHK umfassen. Die neue Struktur soll zum 1. Juli umgesetzt werden. Kammerpräsident Hanno Dornseifer sieht in der Neuordnung einen wichtigen Schritt zu einer „modernen, schlagkräftigen IHK“.

Gleichwohl rumort es weiter in der Belegschaft. In einer Personalversammlung Ende März seien die Mitarbeiter aufgefordert worden, auf tarifliche Sonderzahlungen zu verzichten, hieß es aus IHK-Kreisen. Auch sollen angeblich Abstriche bei der Altersversorgung drohen. Klingen und Dornseifer wollten sich dazu nicht näher äußern, dementierten aber nicht, dass über solche Themen gesprochen werde. „Wir sind auf einem guten Weg, die Prozesse zum Erfolg zu führen“, sagte Klingen. „Bislang ist nichts beschlossen.“ Auch nicht darüber, wie es mit den IHK-Gebäuden weitergeht. Die Planungen für einen Neubau liegen seit längerem auf Eis. In IHK-Kreisen wird kritisiert, dass es für das vor Jahren gekaufte Nachbargebäude bislang kein Konzept gebe, weder für eine Nutzung noch für einen Verkauf.

Für einige Unruhe könnte noch sorgen, dass auch die Leitungsfunktionen unterhalb der Geschäftsführer-Ebene neu verteilt werden sollen. Denn es gebe „deutlich weniger Leitungsstellen“, sagte Klingen. Man starte jetzt einen „internen Findungsprozess“, sagte Dornseifer. Ziel sei, zu einer Lösung zu kommen, mit der „die Leute leben können“.

Klar ist seit Monaten, dass die Kammer in den kommenden Jahren Stellen im unteren zweistelligen Bereich abbauen will – dies aber über die natürliche Fluktuation, vor allem dadurch, dass Mitarbeiter in den Ruhestand gehen. Betriebsbedingte Kündigungen schließt die IHK aus. Die Kammer hat rund 120 Beschäftigte.