IHK-Barometer: Viele Saar-Firmen sehen Energiewende kritisch

IHK-Barometer : Viele Saar-Firmen sehen Energiewende kritisch

Durch die bisherige Energiewende fühlt sich vor allem die Saar-Industrie belastet, zeigt eine IHK-Umfrage.

(SZ/dpa) Deutschland will die Energiewende vorantreiben. Allerdings stoßen schon die bisherigen Schritte bei der Wirtschaft auf wenig Zuspruch. Vor allem viele Unternehmen im Saarland sehen die Entwicklung nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) zunehmend kritisch. „Noch nie wurden von den saarländischen Unternehmen die Auswirkungen der Energiewende auf ihre Wettbewerbsfähigkeit so negativ beurteilt wie in diesem Jahr“, erklärte am Mittwoch der IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen zu Ergebnissen einer Kammer-Umfrage. Im Saarland sank das von der IHK ermittelte Energiewende-Barometer in diesem Jahr auf minus 20,6 Zähler – und damit auf einen neuen Tiefstand. Dazu habe vor allem die Einschätzung der Industrie beigetragen, sagte Klingen. Hintergrund seien steigende Energiekosten nicht nur für bei Öl und Gas. Mehr als zwei Drittel der Saar-Unternehmen berichteten aktuell über steigende Strompreise, teilte die IHK mit. Auch in einer IHK-Sonderumfrage zu den Geschäftsrisiken habe kürzlich die Hälfte der Industriebetriebe die im EU-Vergleich hohen Strompreise beklagt. Klingen plädierte daher für eine Absenkung der Stromsteuer – finanziert aus Erträgen des neuen CO2-Zertifikatehandels. „Da hätten wir uns von der Bundesregierung bei der Vorlage ihrer Eckpunkte für den Klimaschutzplan 2030 mehr Mut gewünscht“, sagte er.

Das Bundeskabinett beschloss gestern die Eckpunkte zum Klimaschutzprogramm 2030, auf das sich die Koalition am Freitag geeinigt hatte. Teil des Pakets ist eine moderate, langsam steigende Bepreisung von CO2. Die Dringlichkeit von massiven Verbesserungen beim Klimaschutz unterstrich gestern der Weltklimarat in seinem Bericht zur Eisschmelze und den Ozeanen: Danach ist der Meeresspiegel seit Beginn des 21. Jahrhunderts zweieinhalb Mal so schnell gestiegen wie im 20. Jahrhundert. Die Entwicklung werde sich bis zum Jahr 2100 noch beschleunigen.