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Ifo-Institut: Betriebe im Saarland bauen Stellen in der Corona-Krise ab

Umfrage des Ifo-Instituts : Betriebe im Saarland bauen Stellen in der Corona-Krise ab

Elf Prozent der Betriebe im Saarland und in Rheinland-Pfalz haben im vergangenen Monat auf die Corona-Krise mit einem Stellenabbau reagiert. Das ist ein Ergebnis der Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts.

Demnach haben im April insgesamt 18 Prozent der Unternehmen in Deutschland beschlossen, befristete Verträge nicht zu verlängern oder Beschäftigte zu entlassen. Im Ländervergleich weisen das Saarland und Rheinland-Pfalz den niedrigsten Prozentsatz auf. Dagegen strichen in Baden-Württemberg insgesamt 22 Prozent der Betriebe zuletzt Jobs. Das ist deutschlandweit der höchste Wert. Dahinter folgt Bayern, wo sich ein Fünftel der Firmen von Mitarbeitern trennte. „Von nun an schlägt die Krise auf den deutschen Arbeitsmarkt voll durch“, sagte Klaus Wohlrabe, der am Ifo-Institut in München für die Befragungen verantwortlich ist.

Zwischen den Branchen gibt es der Umfrage zufolge enorme Unterschiede: 61 Prozent der Unternehmen, die Arbeitskräfte vermitteln, haben Kündigungen ausgesprochen. In der Gastronomie waren es 58 Prozent, während 50 Prozent der Beherbergungsbetriebe Angestellte entlassen haben. Dabei handelt es sich um Umfrageergebnisse aus ganz Deutschland.

Das Gastgewerbe hat unter den Beschränkungen in der Corona-Krise besonders stark zu leiden. Restaurants, Cafés und Kneipen mussten schließen. Nur Lieferdienste und das Abholen von Speisen waren noch möglich. Hotels und Pensionen konnten Zimmer nur an Geschäftsreisende vermieten. Im Saarland dürfen die Betriebe ab dem 18. Mai schrittweise wieder öffnen.

Bei Reisebüros und Reiseveranstaltern strichen 44 Prozent der Betriebe zuletzt Stellen, was nach der Arbeitsvermittlung und dem Gastgewerbe die dritthöchste Quote im Dienstleistungssektor bedeutet. Dagegen beträgt der Rückgang bei Versicherern und Finanzdienstleistern nur fünf Prozent, zwei Prozent sind es in der Immobilienbranche und ein Prozent bei Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern. Keinen Stellenabbau gab es laut Ifo-Institut im Gesundheitswesen und in der Pharmaindustrie.

Wie sieht es im verarbeitenden Gewerbe aus? In der Automobilbranche trennte sich mehr als ein Drittel der Betriebe von Personal (39 Prozent). Von den Unternehmen, die Metallerzeugnisse herstellen und meist anderen Industriezweigen zuliefern, bestätigten in der Umfrage insgesamt 29 Prozent eine Reduzierung von Arbeitsplätzen. Im Einzelhandel setzten 17 Prozent der Betriebe den Rotstift beim Personal an, in der Baubranche waren es dagegen nur drei Prozent – einer der niedrigsten Werte in der Umfrage.

Das Ifo-Institut sammelt für seine Konjunkturumfragen jeden Monat umfangreiche Daten von Unternehmen aus ganz Deutschland. Die Ergebnisse fließen unter anderem in den bekannten Geschäftsklimaindex des Münchner Forschungsinstituts ein, der Hinweise zur wirtschaftlichen Entwicklung liefert.