ifo-Index auf niedrigstem Stand seit 2014

Saarindustrie unter Vorjahresniveau : Unternehmen blicken pessimistisch in die Zukunft

Die Stimmung in der Saar-Wirtschaft ist zum Beginn des Sommers weiter trüb. Grund sind vor allem deutliche Rückgänge bei Umsätzen und Aufträgen in der Saar-Industrie wie aus der Juni-Umfrage der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes (IHK) unter rund 300 Unternehmen mit gut 120 000 Beschäftigten hervorgeht.

Über alle Industriebranchen gerechnet, ist der Umsatz in der Saar-Industrie in den ersten vier Monaten dieses Jahres um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau gesunken. Die Auftragseingänge liegen mit 6,6 Prozent unter Vorjahresniveau. Während die Saar-Unternehmer ihre aktuelle Geschäftslage noch nahezu unverändert einschätzen, blicken sie laut IHK besonders düster in die Zukunft. Das IHK-Konjunkturbarometer für die Geschäftserwartungen fiel um 1,8 auf minus 1,3 Punkte. „Vor allem die Kernbranchen der Saar-Industrie stehen vor schwierigen Monaten. Neben dem holprigen Exportgeschäft macht den Saar-Unternehmen jetzt auch noch die schwache Industriekonjunktur in Gesamtdeutschland zu schaffen“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen. Er gehe davon aus, dass die Schwächephase bis zum Ende des Jahres anhalten werde. „Wir brauchen deshalb möglichst rasch steuerliche Entlastungen, um die binnenwirtschaftlichen Wachstumskräfte zu stärken“, fordert Klingen. Gut laufen die Geschäfte laut IHK noch in der Keramikindustrie und in der Medizintechnik.

Nicht nur im Saarland, sondern im gesamten Bundesgebiet blicken Unternehmer pessimistisch auf die kommenden Monate, zeigt der Geschäftsklima-Index des Münchner Ifo-Wirtschaftsforschungsinstituts. Dieser fiel im Juni von 97,9 auf 97,4 Punkte und damit auf den niedrigsten Wert seit November 2014. Die Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage aktuell zwar minimal besser als im Mai, die Aussichten für das kommende halbe Jahr sehen sie dagegen als schlechter an. Das Ifo-Geschäftsklima basiert auf circa 9000 monatlichen Meldungen von Unternehmen der Industrie, des Dienstleistungssektors, des Handels und des Bauhauptgewerbes.

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