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Hager Group setzt wegen Corona die Produktion in Grand Est aus

Kostenpflichtiger Inhalt: Auch andere Standorte sind betroffen : Hager Group setzt wegen Corona die Produktion in Grand Est aus

Die Hager Group hat in der Corona-Krise die Produktion in Grand Est und an weiteren Standorten in Frankreich vorübergehend gestoppt. Auch zwei Niederlassungen in Italien sind betroffen.

Die Hager Group bestätigte unserer Zeitung „verschärfte Präventionsmaßnahmen“, die seit dem gestrigen Dienstag gelten. Ziel dieser vorübergehenden Unterbrechung der Produktion sei es, die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten, erklärte das Familienunternehmen aus Blieskastel, das mit Elektrotechnik einen Milliardenumsatz macht. Auch Logistik und Verwaltung pausieren. Am kommenden Freitag (20. März) soll der Produktionsstopp „geprüft und erneut evaluiert“ werden.

Neben Obernai, Bischwiller und Saverne in der saarländischen Nachbarregion Grand Est sind auch die beiden Standorte Crolles und Annecy in der Region Auvergne-Rhône Alpes betroffen. Grand Est war in der vergangenen Woche vom Robert-Koch-Institut in Berlin zum Risikogebiet für das Coronavirus erklärt worden, dort starben bisher 51 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. In Italien greifen die Maßnahmen in Arenzano bei Genua und Rivalta Scrivia nahe Alessandria.

Doch völlig stellt die Hager Group ihre Tätigkeit an diesen Orten nicht ein. „Der Standort wird nicht komplett geschlossen“, erklärte Hager-Sprecherin Nadja Hoffmann. „Es handelt sich um eine Präventionsmaßnahme, um die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter zu gewährleisten und die Produktions- und Logistikabläufe zu identifizieren, die wesentlich sind, um die Kunden der Gruppe weiterhin zu bedienen.“ Man stehe in Kontakt mit den Betriebsräten, „um die verschiedenen Situationen des Personals zu analysieren“, sagte sie.

Erwägt das Unternehmen, das 11 500 Mitarbeiter an 22 Produktionsstätten in zehn Ländern beschäftigt, wegen des Coronavirus weitere Schließungen? Hager-Sprecherin Hoffmann erklärte, dass innerhalb der Gruppe und auf Landesebene jeweils Task Forces eingerichtet worden seien. „Es finden täglich Sitzungen statt, um die Situation zu überwachen, zu koordinieren und ein Vorgehen festzulegen“, sagte Hoffmann. „Die Task Forces erstellen für jeden Standort der Hager Group operative Notfallpläne.“ Man beobachte die Situation „sehr genau“.