Gusswerke Saarbrücken können vorerst nicht mehr weiter produzieren

Kostenpflichtiger Inhalt: Krise beim Autozulieferer : Gusswerke Saarbrücken fahren Fertigung herunter

Das Drama bei den Gusswerken Saarbrücken geht weiter. Es fehlt an Material, um Gussteile zu fertigen. Wie geht es jetzt weiter?

Die insolventen Gusswerke Saarbrücken können vorerst keine Teile mehr fertigen. „Wir bereiten uns darauf vor, heute Mittag schrittweise aus der Produktion auszusteigen“, sagt Betriebsratschef Bernd Geier. Es fehle an Material, von Schrott bis zu Sand. „Alles“, was fürs Gießen gebraucht wird, sei ausgegangen. Offenbar ist kein Geld da, um die Lieferanten zu bezahlen. Am Dienstag (24. September) hatten einige Zulieferer Material abgeholt, auch Dienstleister hätten ihre Werkzeuge zusammengepackt, hieß es aus der Belegschaft. Der Produktionsstopp hatte sich am Abend schon abgezeichnet.

Die nun verantwortlichen Insolvenzexperten hatten am Dienstagabend eingeräumt, dass Unterbrechungen der Produktion nicht auszuschließen seien, solange Sanierungsbeiträge der Großkunden noch nicht geflossen seien. Das ließ Alexander Höpfner mitteilen. Er ist der Generalbevollmächtigte in dem Insolvenzverfahren. Die Hauptkunden der Motorblockgießerei hätten signalisiert, „die Sanierung finanziell zu unterstützen“, hieß es in einer Mitteilung.von Höpfners Restrukturierungskanzlei BBL aus Frankfurt. Wann die Produktion wieder anlaufen kann, ist offen.

Am Mittwochnachmittag befasst sich der Wirtschaftsausschuss des Landtags mit der Insolvenz der Gusswerke Saarbrücken. Am vergangenen Freitag hatte die Geschäftsführung Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, nachdem eine Einigung der Großkunden über die Verteilung der Sanierungskosten gescheitert war. Von der Insolvenz sind etwa 1100 Mitarbeiter betroffen sowie rund 200 Beschäftigte, die im Juli Aufhebungsverträge unterzeichnet hatte und auf ihre Abfindungen warten.