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Gusswerke Saarbrücken, frühere Halberg Guss, bauen weitere 200 Jobs ab

Kostenpflichtiger Inhalt: 200 Arbeitsplätze verloren : Gusswerke Saarbrücken laufen bis Ende Juni weiter

Die Schließung der früheren Halberg Guss verschiebt sich um drei Monate. Die Rumpfmannschaft wird noch kleiner. 200 Jobs gehen verloren. Trotzdem schließt der Insolvenzverwalter ein „Wunder“ nicht aus.

Die Gusswerke Saarbrücken werden nun doch noch nicht am 31. März geschlossen, sondern arbeiten für weitere drei Monate weiter. Das teilte Insolvenzverwalter Franz Abel am Montag auf Anfrage mit. Der Weiterbetrieb bedeutet aber nicht die erhoffte langfristige Rettung, sondern nur eine Verlängerung der gegenwärtigen prekären Lage. Die Produktion soll „bis zum 30. Juni für Deutz mit 200 Mitarbeitern“ weiterlaufen, sagte Abel. Damit wird die Rumpf-Belegschaft halbiert, und der Motorenhersteller ist in den drei Monaten der einzige Kunde. „Wir haben keine weiteren Aufträge außer dem von Deutz.“

Ende November vergangenen Jahres waren nach dem Rückzug des früheren Großkunden General Motors (GM) 600 Mitarbeiter freigestellt worden. 400 Beschäftigte durften vorerst bleiben. Im vergangenen Juli hatte das Unternehmen noch rund 1200 Beschäftigte.

Der Insolvenzverwalter hatte dann im Dezember allen Mitarbeitern – den freigestellten und den verbliebenen – gekündigt und die voraussichtliche Schließung zum 31. März bekanntgegeben. Nun schiebt sich der Termin nach hinten. Höchstwahrscheinlich muss die Brebacher Gießerei, die unter dem früheren Namen Halberg Guss bekannt ist, laut Abel Ende Juni dichtmachen. Die Corona-Krise trübe die eh düsteren Aussichten, der Motorblock-Gießerei eine Zukunft zu geben, noch mehr. Doch „so lange wie möglich will ich die Situation offenhalten“ und damit die Chance für ein „Wunder“, einer langfristigen Rettung, sagte Abel

Bisher habe sich allerdings keine Perspektive für eine Fortführung eröffnet, sagte der Insolvenzverwalter. Voraussetzung dafür ist eine gewisse Basis an Aufträgen. 30 000 Tonnen im Jahr sollten es wenigstens sein, hieß es im November. In besseren Zeiten, zum Beispiel vor sechs Jahren, verarbeitete die Gießerei noch mehr als 200 000 Tonnen. Infrage kommen für die Grundaufträge, die einen Weiterbetrieb ermöglichen, nur frühere Kunden, vorrangig Volkswagen und Daimler. Neukunden helfen in der aktuellen Notlage nicht, weil der Vorlauf für den Start einer Produktion etwa ein Jahr beträgt.

Bevor General Motors im November die Verträge kündigte, hatte es noch vielversprechend ausgesehen: Das ausgearbeitete Zukunftskonzept baute auf Zusagen von GM, Deutz, der Caterpillar-Tochter Perkins und weiteren Kunden. Die Neunkircher Ferraro Group, ein großes Unternehmen im europäischen Abbruch-Geschäft, stand als Investor bereit, und die Landesregierung machte Hilfszusagen, unter anderem für Bürgschaften.