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Globus: Komplett neues Konzept für Filialen – sogar der Name ist anders

Was sich für Kunden ändert : Globus-Märkte mit völlig neuem Konzept – und sogar der Name ist anders

Das Familienunternehmen aus dem Saarland verändert sich. Dazu gehört auch ein neuer Name. Wie viel werden die Kunden von den Anpassungen mitbekommen?

Kunden der saarländischen Warenhauskette Globus werden es während der vergangenen Monate bemerkt haben: Die Häuser verändern ihr Aussehen. Alte Tiefkühlregale machen neuen Schiebetürschränken Platz. Bisherige Warenauslagen der Obst- und Gemüseabteilung weichen neuen, die Verkaufsständen auf einem Wochenmarkt unter freiem Himmel ähneln. Niedrigere Regale fürs Vorratsschranksortiment muten längst nicht mehr wie denen in einem Lager an. Backwaren-, Fleisch-, Fisch- und Käseabteilung bekommen moderne Tresen.

Doch nicht nur optisch will sich das Familienunternehmen mit Sitz in St. Wendel ändern. Das ganze Konzept ist neu. Denn wer heute einkauft, tut dies oftmals nicht bloß aus reinem Nutzverhalten, sondern verbindet dies mit Freizeitgestaltung. Quasi mit einem Bummel. Davon sind internationale Experten überzeugt, die Globus für diese Umgestaltung eingespannt hat.

Das bedeutet: Der Betrieb will sich vom für einige angestaubt wirkenden Warenhaus-Image trennen. Künftig möchte man eine helle Markthalle sein. Und dieses neue Konzept schlägt sich auch auf den offiziellen Firmennamen durch, der zum Jahreswechsel geändert werden soll. Zwar sprechen Kunden nur von Globus, lassen alle weiteren Zusätze wie Holding, GmbH und Co KG links liegen. Doch in den Handelsregistern spielt der korrekte Begriff sehr wohl eine Rolle.

So firmiert Globus ab 2022 offiziell als Globus-Markthallen-Holding-GmbH & Co KG. Bislang lautete die akkurate Bezeichnung Globus-SB-Warenhaus-Holding Gmbh & Co. KG. Es geht folglich in erster Linie ums Marketing, um die Außendarstellung.

Ebenso wenig tut sich was am Sortiment, wie es von der Pressestelle auf  SZ-Anfrage heißt. So bleibe es bei der Produktpalette aus einem Angebot regionaler Produzenten, weltweit operierender Konzerne und eigener Produktion. Es gehe in erster Linie ums umgestaltete Ladendesign, das einer Markthalle gleiche, sowie um die bessere Verknüpfung mit dem umsatzstarken Internethandel. Für diesen Wandel nehme sich Globus bis 2025 Zeit. Dann soll diese Transformation abgeschlossen sein.

Hilfe aus den Niederlanden für die Globus-Umgestaltung

Daran beteiligt: zum einen Jos de Vries, ein in den Niederlanden ansässiger Konzeptentwickler. Er ist unter anderem fürs neue Design angeheuert. Nach Globus-Angaben arbeiten beide Seiten bereits seit mehr als zehn Jahren zusammen. Zum anderen gehört  Wanzl zum Team. Das Unternehmen aus Leipheim/Bayern ist maßgeblich für die Ausstattung der Geschäfte verantwortlich.

In gewisser Weise lehnt sich Globus durch die modernisierte Präsentation mit Ladentheken an seine Entstehungszeit an. 1828 gründete Franz Bruch in St. Wendel einen Kolonialwarenladen. Damit wurden damals Geschäfte bezeichnet, die Produkte aus aller Welt anboten, was zu jener Zeit nicht üblich war.

Heute gibt es in Deutschland  51 Globus-Warenhäuser mit 19 400 Mitarbeitern und 3,5 Milliarden Euro Jahresumsatz. Hinzu kommen 97 Bau- und Elektromärkte. In Tschechien und Russland betreibt die St. Wendeler Familie 34 Großeinkaufszentren, so genannte Hypermärkte, wie es ein Firmensprecher mitteilt.