Glasfaserunternehmen Inexio aus Saarlouis wird für rund 1 Milliarde Euro verkauft

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Vom Startup zu einem Unternehmen, das mit einer Milliarde Euro bewertet wird - das Glasfaser-Unternehmen Inexio aus Saarlouis schreibt saarländische Wirtschaftsgeschichte und ist weiter auf der Überholspur.

Es ist der wohl größte Firmenverkauf in der Geschichte des Saarlandes. Das Saarlouiser Glasfaser-Unternehmen Inexio, das in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum an den Tag gelegt hat, wird offenbar vom schwedischen Infrastruktur-Investor EQT übernommen. Der Kaufpreis soll nach Informationen der Saarbrücker Zeitung bei rund einer Milliarde Euro liegen. Der bisherige Mehrheitsaktionär Warburg Pincus, der 2016 bei Inexio einstieg, bestätigte am Wochenende den Verkauf seiner Anteile an Inexio ebenso wie die Deutsche Beteiligungs AG. Der Deal mit EQT dürfte bis Ende des Jahres über die Bühne gehen. Inexio dürfte damit das erste saarländische "Unicorn" (zu deutsch Einhorn) sein. So werden in der Wirtschaftsbranche Startups genannt, die es von null zu einem Firmenwert von einer Milliarde US-Dollar schaffen.

Inexio wurde 2007 von Geschäftsführer David Zimmer gegründet. Zimmer soll auch auch unter dem neuen Eigentümer EQT das Unternehmen weiter führen. Der 46-jährige Zimmer und seine Geschäftsführungskollegen Christoph Staudt und Martin Balzer haben sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 eine Million Kunden mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen und will dabei 4,5 Milliarden Euro verbauen. In den vergangenen Jahren hat Inexio in zuvor unterversorgten Regionen ein Glasfasernetz mit einer Reichweite von über 8500 Kilometern neu gebaut, die Gesamtreichweite beträgt zurzeit rund 14 000 Kilometer. Derzeit arbeiten etwa 350 Menschen bei Inexio, in den nächsten Jahren - bis etwa 2025/2026 - ist ein Personalaufwuchs auf etwa 1500 geplant.

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) bewertete die Nachrichten aus Saarlouis am Ende einer für die Saar-Wirtschaft nicht unbedingt guten Woche positiv. „Der Inexio-Deal bestätigt unsere Startup-Strategie und zeigt, dass wir selbstbewusst auf Kreativität und Innovationskraft in unserem Land setzen können“, sagte Hans, „ich freue mich sehr, dass das Unternehmen bis 2025/2026 1500 Arbeitsplätze anbieten will.“

Hans erklärte weiter: „Als Landesregierung wollen wir optimale Rahmenbedingungen schaffen, damit Gründungen vereinfacht werden. Wir brauchen Neuansiedlungen. Als Zukunftslabor wollen wir Vorbildregion für ganz Deutschland werden. Wir wollen unsere kleinen Wege nutzen, um Prozesse und Planungen zu beschleunigen. Überregulierung müssen wir abschaffen.“

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