Gesundheitstag für Mitglieder der Innung Holz und Kunststoff Saar

Maßnahme der Innung : Saar-Schreiner beim Gesundheitstest

Der Wirtschaftsverband Holz und Kunststoff Saar hat in Saarbrücken einen Gesundheitstag für seine Mitglieder veranstaltet.

Wie ist es um mein Gehör bestellt? Finden sich Ablagerungen in meinen Blutgefäßen? Sind meine Muskeln stark genug, um die Wirbelsäule stabil zu halten und damit Rückenschmerzen zu verhindern? Auf diese und viele andere Fragen rund um die Gesundheit erhielten die Mitarbeiter von saarländischen Schreinerbetrieben gestern fachmännisch Auskunft, nachdem sie sich zuvor den entsprechenden Tests unterzogen hatten.

Dies alles geschah im Rahmen des Gesundheitstages, den die ­Schreine­r­­­innung Saarland zum zweiten Mal in ihrer Lehrwerkstatt in Saarbrücken angeboten hat. Die Betriebe hatten mehr als 70 Mitarbeiter angemeldet. Etliche dieser Test waren nicht freiwillig, sondern sind vom Gesetzgeber vorgeschrieben – so zum Beispiel die Gehör-Pflichtuntersuchung G 20. Dieser müssen sich Mitarbeiter von Schreinerbetrieben, die in einer Werkstatt arbeiten, alle drei Jahre unterziehen. Daher nutzte Monika Dalheimer, Geschäftsführerin der Saarbrücker Innenausbau-Firma Zeiher, die Gelegenheit „gleich 20 meiner etwa 40 Mitarbeiter mitzubringen, damit sie den G-20-Test absolvieren können“. Für sie hat „Vorsorge im Betrieb so hohe Priorität, dass wir im Unternehmen selbst Gesundheitstage abhalten“.

Die Schreinerinnung ist der einzige Arbeitgeber-Verband aus dem Handwerksbereich, „der solche Veranstaltungen rund um die arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuung ausrichtet“, sagt Innungs-Geschäftsführer Michael Peter. Das hat historische Gründe. Denn die Berufsgenossenschaft Holzmetall (BGHM) bot bis Ende 2014 die arbeitsmedizinische Betreuung ihrer Mitgliedsbetriebe an. Diese wurde über eine Umlage finanziert. Nachdem die BGHM diesen Service aufgegeben hatte, „entwickelte die Innung ein eigenes Modell zur arbeitsmedizinischen und sicherheitstechnischen Betreuung (AMSB)“, erläutert Peter. Daher bleibt es nicht allein bei den Gesundheitstagen. So bietet die Innung die Möglichkeit, dass sich Arbeitsmediziner oder Sicherheitsingenieure den Betrieb ansehen, um Schwachstellen zu erkennen und Mängel zu beseitigen. „Viele unserer kleinen und mittleren Firmen kommen im Alltag nicht immer dazu, sich ausreichend und regelmäßig um diese Fragen zu kümmern“, sagt der Geschäftsführer.

Um dies sicherzustellen, hat die Innung ein Partner-Netzwerk aufgebaut, zu dem unter anderem das Werksarzt-Zentrum (WAZ) Saar aus Saarlouis gehört, das für alle teilnehmenden Innungs-Unternehmen der zuständige Betriebsarzt ist. „Damit ist die vom Gesetz geforderte arbeitsmedizinische Grundbetreuung gesichert“, sagt Peter. Für sicherheitstechnische Fragen hat die Innung den Fachingenieur Klaus Klöppel verpflichtet.

Unterstützt werden die Vorsorge-Initiativen weiterhin von der BGHM und von der Krankenkasse IKK Südwest, die ihre Wurzeln im saarländischen Handwerk hat. Auch für den Gesundheitstag engagierte die Kasse etliche Präventionsspezialisten. So informierte die Gesundheitsberaterin Sandra Hans darüber, wie sperrige und schwere Gegenstände so angehoben werden, dass der Rücken möglichst geschont wird.

Für Zeiher-Chefin Dalheimer hat sich das Engagement schon gelohnt. Beim firmeneigenen Gesundheitstag wurde eine aufziehende Erkrankung eines Mitarbeiters vorzeitig entdeckt, sodass dieser noch rechtzeitig zum Arzt gehen konnte. „Wenn die Krankheit ausgebrochen wäre, wäre er monatelang ausgefallen“, sagt Dalheimer.

Mehr von Saarbrücker Zeitung