Fusion der Saarlouiser Bank VVB mit Volksbank Untere Saar vollzogen

Kreditwirtschaft : Neue Bank VVB nimmt die Arbeit auf

Die Fusion mit der Volksbank Untere Saar ist vollzogen. Es bleiben noch fünf Genossenschaftsinstitute übrig.

Der Appetit auf Fusionen ist bei der Saarlouiser Volksbank VVB vorerst gestillt. „Wir haben noch eine Menge Feintuning zu leisten, bis die neue Bank steht“, sagte Edgar Soester, Vize-Vorstandschef des Instituts, am Freitag. Wenige Minuten zuvor hatten er, VVB-Vorstandschef Mathias Beers und der bisherige Vormann der Volksbank Untere Saar aus Losheim am See, Bernd Mayer, den endgültigen Zusammenschluss der beiden Institute verkündet. Bereits im Herbst 2018 war mit der Fusion begonnen worden. Doch erst in der vergangenen Woche hatten die Vertreterversammlungen der Bankenehe ihren Segen gegeben. Im Juni soll der Zusammenschluss technisch vollzogen werden – mit neuen Karten und Konto-Nummern für die Kunden der bisherigen Volksbank Untere Saar.

Damit gibt es im Saarland noch fünf Genossenschaftsbanken. Neben der VVB sind das die Bank 1 Saar, die Lebacher Levo Bank, die Volks- und Raiffeisenbank Saarpfalz und die Volksbank Überherrn. Anfang der 1990er Jahre waren es Soester zufolge noch 40. Ob sich im Saarland noch etwas tut, ließ er offen „Doch der Druck, größere Einheiten zu bilden, wird bleiben.“ Allein die Regulatorik binde so viel Mitarbeiter-Kapazitäten, „dass kleine Banken das nicht mehr stemmen können“.

Außerdem „sind die Auswirkungen der Niedrigzinsphase immer stärker in der Gewinn- und Verlustrechnung spürbar“. So würde die Zinsspanne der Regionalbanken zwischen 2010 und 2020 um 0,7 Prozentpunkte sinken, was allein bei der VVB einer Erlösminderung von 18 Millionen Euro entspreche.

Auch die Digitalisierung sei eine Herausforderung, so Soester. Einem Kundengespräch in der Filiale stünden 500 Kontakte gegenüber, die am heimischen PC, über das Smartphone, an den Geldautomaten der SB-Zweigstelle oder im Kundenservice-Center bearbeitet würden. Nachdem die alte VVB bereits zu Beginn des Jahres 28 Filialen und SB-Stellen geschlossen hatte, soll in dieser Richtung vorläufig nichts passieren. Die neue Bank verfügt von Orscholz bis Kleinblittersdorf über 41 personenbesetzte Filialen und 28 SB-Stellen. Die Vorstände rechnen durch die Fusion ab 2020 mit jährlichen Einsparungen von 1,7 Millionen Euro.

Die Geschäfte beider Institute liefen im letzten Jahr ihrer Eigenständigkeit recht ordentlich. Die VVB habe „ihren Erfolgskurs der vergangenen Jahre ungehindert fortsetzen können“, sagte Beers. Das Kreditvolumen stieg von 1,44 auf 1,47 Milliarden Euro, die Kundeneinlagen von 1,57 auf 1,61 Milliarden Euro – bei einer Bilanzsumme von 1,93 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis nach der Bewertung der Risiken lag mit 21,4 Millionen Euro leicht unter dem des Vorjahres (22,1 Millionen Euro). Zudem „verfügt das Institut mit einer Kernkapitalquote von 15,6 Prozent über eine solide Eigenkapital-Ausstattung“, sagte Beers.

Bei der Volksbank Untere Saar „bewegte sich die Ertragslage erneut auf gutem Niveau“, wie Vorstand Mayer betonte. Das Kreditvolumen stieg von 363 auf 371 Millionen Euro, die Kundeneinlagen von 405 auf 443 Millionen Euro – bei einer Bilanzsumme von 584 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis nach Bewertung sank – hauptsächlich wegen niedriger Aktienkurse Ende 2018 – von vier auf 2,6 Millionen Euro.

Die neue VVB wird Kredite in Höhe von 1,9 Milliarden Euro und an Einlagen 2,1 Milliarden Euro verwalten. Die Bilanzsumme wird 2,5 Milliarden Euro erreichen. Die Bank betreut 165 000 Kunden und beschäftigt knapp 560 Mitarbeiter. Betriebsbedingte Kündigungen sind aufgrund einer Betriebsvereinbarung bis Ende 2021 ausgeschlossen. Doch auch in der Zeit danach reiche „die natürliche Fluktuation“ zur Personalanpassung.

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