Frühere Halberg Guss: Jetzt reden die Halberger

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Den Gusswerken Saarbrücken droht die Schließung. Das Schicksal der Mitarbeiter steht im Mittelpunkt dieses SZ-Beitrags. Acht langjährige Beschäftigte erzählen, was sie bewegt.

Halberg Guss muss leben! Unzählige Male haben Mitarbeiter der Brebacher Traditionsgießerei diesen Satz geschrien – 2018 im langen Kampf gegen das Geschäftsgebaren der ehemaligen Eigentümer, der Prevent-Gruppe. In wenigen Wochen, am 31. März, könnten sich alle Mühen, alles Bangen und Hoffen als vergeblich herausstellen. Dann droht die Schließung. Falls die Bemühungen scheitern, dass die heutigen Gusswerke Saarbrücken die rettenden Aufträge von VW oder Daimler ergattern, um weitermachen zu können – mit 400 Beschäftigten unter der Regie der Neunkircher Ferraro Group, des großen Abrissunternehmens, das als Investor bereitsteht.

 „Es gibt immer noch Gespräche – schwierige Gespräche“, sagte Insolvenzverwalter Franz Abel am Dienstag auf Anfrage. „Man muss vom Schlimmsten ausgehen“, sagte er. Also der Schließung Ende März. Doch „die Hoffnung stirbt zuletzt“. Eine rettende Lösung sei weiterhin möglich. So habe er es auch den Mitarbeitern erklärt, sagte der Insolvenzverwalter.

Im Juli 2019 hatten die Gusswerke noch insgesamt rund 1200 Beschäftigte. Sie haben ihre Arbeit verloren, oder ihnen droht der Jobverlust. Acht Betroffene haben nun der SZ von ihren Sorgen und ihrem Schmerz erzählt (die Protokolle finden Sie in unserer Bildergalerie).

Dieter Hirtz ist einer der 400 Beschäftigten, die noch in den Gusswerken arbeiten. Er macht sich keine Illusionen und rechnet damit, ab April arbeitslos zu sein. Gekündigt wurde ihm wie allen anderen vorsorglich im Dezember. Alle – das sind nicht nur die 400, die noch zur Belegschaft gehören. Das sind auch die 600, die freigestellt wurden, wie es im Fachjargon beschönigend heißt. Sie durften nicht mehr zur Arbeit kommen, nachdem der US-Autokonzern General Motors Ende November seine Aufträge storniert hatte. Maik Seitz gehört zu diesen 600 Mitarbeitern. Der 50-Jährige kann es kaum fassen, dass die Gießerei nach 264 Jahren tatsächlich schließen könnte. Ein bisschen hofft er noch, dass es weitergeht. Doch ob er dann zurückkehren kann?

Patric Hallmann gehört zu den rund 200 Mitarbeitern, die im Juli einer Aufhebung ihres Vertrags zugestimmt hatten. Er wechselte in eine Transfergesellschaft. Auf die versprochene  Abfindung wartet er bis heute. Jetzt plagen ihn Existenzängste.

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