Überzeugt mit Gesellenstück Fotografin gewinnt auf Bundesebene „Silber“ und ein Meisterstipendium

Saarbrücken · Nina Schmeer von der Fotoagentur BeckerBredel hat das beste Gesellenstück des Landes geliefert und bekommt ein Meisterstipendium.

 Nina Schmeer  in ihrem Ausbildungsbetrieb BeckerBredel.

Nina Schmeer  in ihrem Ausbildungsbetrieb BeckerBredel.

Foto: BeckerBredel

Eine Brillenkollektion fotografieren, das ist das eine. Den Models dazu noch die passenden Kleider zu nähen, damit alles Ton in Ton ist – das ist preisverdächtig. Genau so sahen es auch die Juroren der Gesellenprüfung an der Berufsfachschule für Fotografie in Trier, denn sie bewerteten die Arbeit der 23-jährigen Bischmisheimerin Nina Schmeer als bestes Gesellenstück des Jahrgangs. Nina Schmeer wurde damit Saarlands landesbeste Fotografin im Handwerk. Und nicht nur das: Auf Bundesebene holte sie „Silber“ und hat somit das zweitbeste Gesellenstück in ganz Deutschland vorgelegt.

Jungfotografin zieht für Weiterbildung nach Kiel

Für ihren ersten Platz im Saarland erhielt Nina Schmeer von der Handwerkskammer das Meisterstipendium, weshalb sie nun zum Jahresende nach Kiel zieht. Dort wird sie vier Monate die praktische Meisterausbildung durchlaufen, 2024 dann wieder für die Theorieteile ins Saarland zurückkommen.

Ausgebildet wurde die Jungfotografin bei „BeckerBredel Fotografen“ – die Agentur arbeitet auch für die Saarbrücker Zeitung – auf der Bellevue in Saarbrücken von Portraitfotografin Laura Ockenfels; diese ist Mitgesellschafterin des Saarbrücker Fotounternehmens und verantwortet dort auch die berufliche Ausbildung im Unternehmen.

Nina Schmeer machte 2018 ihr Abitur am Willi-Graf-Gymnasium in Saarbrücken und liebäugelte stets mit der Fotografie. „Dann habe ich aber erst einmal ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht und war in der Landesarchäologie in Speyer Grabungshelferin. Wir hatten viele römische Funde in Speyer, von der Tonscherbe bis zum Grab“, erinnert sich die junge Handwerkerin.

Vom Praktikum zur Ausbildungsstelle

Vom Bundesfreiwilligendienst habe sie sich Orientierung erhofft, aber danach war ihr Weg immer noch nicht vorgezeichnet. Auf einer Berufsausbildungsmesse in der Congresshalle sei sie auf den Stand von BeckerBredel gestoßen, die in der Halle Bewerbungsfotos gemacht haben: „Ich habe Laura Ockenfels angesprochen, denn jeder sagte mir, die Fotografie sei tot und man müsse heute Mediengestalter werden. Aber das stimmte nicht,“ so die junge Frau. „Laura Ockenfels klärte mich auf und bot mir ein Praktikum an.“

Nina Schmeer nahm das Angebot gerne an, war nun fünf Monate im Studio auf der Bellevue. Allerdings war der eigentliche Ausbildungsplatz zu dieser Zeit eigentlich schon vergeben, und Nina Schmeer bewarb sich im Einzelhandel. „Doch der andere Azubi sprang ab, und so wurde ich nochmal angerufen. Im Einzelhandel gefiel es mir ohnehin nicht, ich bin direkt zu BeckerBredel zurückgegangen“, sagt die Gesellin.

Die Arbeit habe ihr viel Freude gemacht, und wenn es mal schwierig wurde, habe sie immer Unterstützung von ihrer Ausbilderin bekommen. Auch bei den wiederkehrenden praktischen Themen der Schule oder beim Gesellenstück, der Ton-in-Ton Brillenkampagne.

Bis Ende 2024 wird Nina Schmeer, wenn alles gut geht, den Meisterbrief haben. Wie es dann weitergeht? Das steht noch nicht fest. Der Kontakt zum Ausbildungsbetrieb wird beiderseits gepflegt, man will unbedingt in Verbindung bleiben.

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