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EU-Klimaziele kosten Jobs in Auto- und Stahlbranche im Saarland

„Massive Auswirkungen für die Industrie“ : Saar-IG-Metall warnt vor Jobabbau durch EU-Klimaziele

Die EU-Kommission will die Emissionen von Treibhausgasen stärker reduzieren als bislang geplant. Für Auto- und Stahlbranche könne das gravierende Folgen haben, mahnt die Gewerkschaft.

Die Gewerkschaft IG Metall geht davon aus, dass die Verschärfung der europäischen Klimaschutzziele Arbeitsplätze im Saarland kosten wird. Die EU-Kommission hatte zuvor angekündigt, die Treibhausgas-Emissionen bis Ende 2030 im Vergleich zu 1990 um 55 Prozent reduzieren zu wollen – 15 Prozentpunkte mehr als bisher geplant.

Dieses Vorhaben könne „für die Stahlindustrie, aber auch für die Automobil- und Zuliefererindustrie, massive Auswirkungen nach sich ziehen“, warnt die Gewerkschaft. Die saarländischen Betriebe stünden dadurch vor „riesigen Problemen“, sagt Jörg Caspar, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Neunkirchen. „Auch die Unternehmen, die jetzt schon in Anlagen oder Prozessoptimierungen zum Wohle der Umwelt investiert haben, müssen jetzt quasi wieder von vorne anfangen.“

Neben den Autozulieferern könnten auch die Stahlhersteller massive Folgen zu spüren bekommen, sagt Lars Desgranges, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Völklingen. Die Branche sei nicht überlebensfähig, wenn „der Stahl außerhalb der EU zu Dumpingpreisen mit kaum erkennbaren Umweltauflagen produziert wird“, warnt Desgranges. „Die EU steht vor der Frage, wie wichtig ihr die eigene sauberste Stahlproduktion der Welt sowie gut bezahlte und sichere Arbeitsplätze sind.“

Landeswirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) teilt die Befürchtungen der saarländischen Gewerkschafter. Zwar seien die Vorhaben zum Klimaschutz durchaus sinnvoll, sie dürften aber „nicht vollkommen losgelöst werden von der Frage, wie man diese Ziele auch erreichen kann“, sagt Rehlinger. Um eine Abwanderung der Industrie zu vermeiden, seien „massive Investitionen“ nötig, so die Wirtschaftsministerin. „Aus saarländischer Sicht sind die Antworten von EU und Bundesregierung dazu bislang unzureichend.“