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EU fördert Sulzbacher Energiespeicher-Hersteller Kraftblock mit 1,8 Millionen Euro

Kampf gegen den Klimawandel : Sulzbacher Unternehmen wird mit 1,8 Millionen Euro von der EU gefördert

Die Firma Kraftblock in Sulzbach erhält von der EU eine Förderung von fast 1,8 Millionen Euro für ihre innovativen, umweltfreundlichen Energiespeicher. Dazu zapft Kraftblock ein bisher kaum nutzbares enormes Energiepotential an.

Das sogenannte Abfackeln von Gasen pumpt tonnenweise CO2 in die Atmosphäre und trägt erheblich zur Erderwärmung bei: Bei der Abfackelung wird überschüssiges Gas verbrannt, das zum Beispiel bei der Förderung von Erdöl, in chemischen Betrieben oder – in Völklingen hin und wieder gut sichtbar – bei der Herstellung von Stahl anfällt. Das Energiepotential dieser Gase wird dabei nicht genutzt – bisher.

Die Sulzbacher Firma Kraftblock erforscht Möglichkeiten, die beim Abfackeln entstehende Hitze zur Wärmeversorgung zu nutzen. Dafür erhält sie nun fast 1,8 Millionen Euro Förderung von der EU. Die EU-Kommission European Innovation Council (EIC) unterstützt Technologien zum Schutz des Klimas. Dazu hat sie die sogenannte Accelerator Challenge ausgerufen. Nun hat die Sulzbacher Firma mit ihren „Kraftblöcken“ die EIC überzeugen können und wird dafür mit 1,78 Millionen Euro über zwei Jahre gefördert.

„Die EU verdeutlicht mit dieser Förderung, dass unser Speichersystem zentral für die Energiewende ist“, sagt Susanne König, kaufmännische Geschäftsführerin von Kraftblock in einer Pressemitteilung des Unternehmens. „.Sie will unser Unternehmen und unsere Technologie hier behalten und nicht, dass wir ins Ausland gehen – trotz der regulatorischen Schwierigkeiten, die es insbesondere in Deutschland gibt.“

So funktioniert die Energiewende-Innovation aus Sulzbach

Doch wie nutzt so ein Kraftblock die Hitze, die beim Abfackeln entsteht? Die Abfackel-Flamme heizt den Kraftblock auf bis zu 1300 Grad auf. Die gespeicherte Wärme soll damit transportierbar und an anderen Orten wieder nutzbar sein – entweder direkt als Wärme oder über Turbinen sogar zur Stromerzeugung. Die beim Abfackeln verschleuderte Energie wird also genutzt, sodass kein zusätzlicher CO2-Ausstoß anfällt.

Einzigartig ist laut Kraftblock außerdem das Speichermaterial: ein Granulat, das zum größten Teil aus recycelten Materialien bestehe. So seien keine herkömmlichen Materialen nötig, die einen höheren CO2-Abdruck haben und sogar giftig für Mensch und Umwelt sein könnten. In die Entwicklung dieser Technologie investierte bereits 2018 der aus der Vox-Sendung „Höhle der Löwen“ bekannte Unternehmer Frank Thelen.