Kommentar: Es wird wohl noch schlimmer kommen

Kommentar : Es wird wohl noch schlimmer kommen

Über der europäischen Stahlindustrie braut sich ein gewaltiger Sturm zusammen. Weltweite Überkapazität, Handelsschranken, die zur Umleitung von Warenströmen nach Europa führen und erhebliche Wettbewerbsverzerrungen durch den auf Europa begrenzten Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten sowie höhere Energiekosten – vor allem in Deutschland – schnüren der Branche den Hals zu.

Vermutlich wird es noch schlimmer kommen, weil sich die neue EU-Kommission für Europa ehrgeizigere Klimaziele gesteckt hat als die alte. Das kann nicht gut gehen. „Grünen Stahl“, der mit Wasserstoff hergestellt werden soll, wird es wegen vieler ungelöster Technik-Probleme noch in Jahrzehnten nicht geben. Alleine die benötigten Strommengen sind gewaltig. Öko-Strom wird nicht ausreichen, diesen Energiehunger zu stillen. Wasserstoff-Stahl ist auch nicht besser als konventionell hergestellter – nur wesentlich teurer. „Schmutzigen Stahl“ an den EU-Grenzen abpassen und mit kräftigen Zöllen versehen zu wollen, ist illusorisch. Diese Maßnahmen würden Gegenreaktionen hervorrufen. Man muss deshalb jetzt endlich einsehen, dass gut gemeinte nicht immer gute Politik ist.