Entschädigung für Zeitkartenbesitzer nach Busfahrerstreik im Saarland

Kostenpflichtiger Inhalt: Streik mit Nachspiel : Verkehrsclub fordert Entschädigung für Buskunden im Saarland

Zeitkartenbesitzer sollen finanziell entschädigt werden, so die Forderung. Das diene langfristig auch dem Ansehen der Verkehrsbetriebe.

Nach dem Ende des Busfahrerstreiks in den kommunalen Verkehrsbetrieben fordert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) im Saarland eine Entschädigung der Inhaber von Zeitkarten. „Zumindest die eingesparten Lohn- und Kraftstoffkosten an die Kunden weiterzugeben wäre fair“, sagte VCD-Landesvorsitzende Andrea Schrickel.

Finanzielle Entschädigungen könnten helfen, „treue Kunden bei der Stange zu halten“, so Schrickel. „Wir vermissen die Wertschätzung der Kunden im Nahverkehr durch die kommunalen Unternehmen.“ Der Streik habe für viele Kunden erhebliche Mehrkosten bedeutet. „Soviel Negativwerbung für den öffentlichen Verkehr kann jetzt nur durch ein sehr entschlossenes Engagement der Unternehmen für ihre Kunden wettgemacht werden“, sagt Schrickel.

Um solche Situationen in Zukunft zu vermeiden, empfiehlt der VCD einen verbindlichen Mindestfahrplan im Streikfall. Dieser solle von den Aufgabenträgern in Zusammenarbeit mit dem Saarländischen Verkehrsverbund (SaarVV) erarbeitet werden. Bei längeren Streiks, müssten nicht betroffene Unternehmen des SaarVV aushelfen, um den Mindestfahrplan zu bedienen, so die Forderung.

Möglichen Entschädigungen für Zeitkartenbesitzer haben die Verkehrsbetriebe bereits eine Absage erteilt. Es gebe klare gesetzliche Regelungen, „Streik ist höhere Gewalt“, sagte Barbara Beckmann-Roh, Geschäftsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV). Die Fahrkarten würden daher nicht ersetzt.

Unzufriedene Kunden sollten sich mit ihrem Anliegen dennoch schriftlich an das Verkehrsunternehmen wenden, rät Heinz Klewe, Geschäftsführer der Schlichtungsstelle für den Öffentlichen Personenverkehr (SÖP). Erhielten sie innerhalb von rund vier Wochen keine Antwort oder seien sie mit dieser nicht zufrieden, könnten sie sich an die SÖP wenden und einen Schlichtungsantrag stellen. „Letztendlich werden aber wohl auch Kulanzaspekte zu berücksichtigen sein, ob die Unternehmen die entstandene Unzufriedenheit vieler Kunden wieder in eine Kundenzufriedenheit umwandeln können“, sagt Klewe.

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