Dürr Assembly gibt es seit 50 Jahren in Püttlingen

Jubiläum : Ein halbes Jahrhundert Dürr Assembly in Püttlingen

Der Automobilzulieferer Dürr Assembly Products mit Sitz in Püttlingen hat am Freitag sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Der vorsitzende Geschäftsführer Roland Spieß beglückwünschte die Mitarbeiter zu diesem Erfolg, verwies aber auch auf kommende Herausforderungen.

Dürr Assembly ist Weltmarktführer für Mess- und Prüfstände. Damit setzte das Unternehmen 2018 weltweit 120 Millionen Euro um, davon 80 Millionen in Püttlingen.

Dort werden modulare Prüfanlagen für die Autofertigung entwickelt und vormontiert. Sie werden später an Autohersteller rund um den Globus verkauft. Die Anlagen kommen in der Fahrzeugfertigung an zwei wichtigen Punkten zum Einsatz. Zum einen bei der „Hochzeit“, bei der Antriebsstrang, Fahrwerk, Motor und Karosserie zusammengefügt werden. Zum anderen bei der End-Abnahme, bei der beispielsweise Spurstand, Sensoren, Bremsen oder Scheinwerfer-Einstellungen getestet werden.

Neben dem Kerngeschäft mit Prüfanlagen für Pkw setzt das Unternehmen seit einigen Jahren auch auf solche für Lkw. Damit erwirtschaftet Dürr Assembly mittlerweile zehn Millionen Euro Umsatz. Die Sparte werde weiter wachsen, sagt Roland Spieß. „Die Lkw-Hersteller haben bisher auf Werkstatt-Ausrüstung vertraut, allmählich sehen sie die Vorteile einheitlicher Prüfanlagen.“

Daneben entwickelt das Unternehmen Prüfverfahren für Sensoren, die bei Fahrassistenz­systemen, aber auch in selbstfahrenden Autos eingesetzt werden. „Manche dieser Wagen haben 50 bis 60 Sensoren an Bord“, erklärt Spieß. Das modulare System der Prüfanlagen aus Püttlingen erlaube vielfältige Kalibrierungsmöglichkeiten, die bei Bedarf nachgerüstet werden könnten.

Der drohende Austritt Großbritanniens aus der EU bereitet Spieß trotz aktuell voller Auftragsbücher Sorgen. „Der ­Brexit hemmt uns“, sagt er. Zurzeit lägen alle Aufträge aus dem Vereinigten Königreich auf Eis. Für den Fall eines ungeregelten Brexits rechnet Spieß damit, dass viele Autohersteller ihre Werke in Großbritannien schließen werden.

Auf dem Firmengelände in Püttlingen baut Dürr Assembly zurzeit an einem neuen Bürogebäude. Im Februar 2020 soll es fertiggestellt sein. In einem zweiten Bauabschnitt soll dann im Erdgeschoss des bestehenden Gebäudes ein neues Kundenzentrum entstehen.

Dürr Assembly wurde 1969 in Püttlingen unter dem Namen Fori gegründet. 1972 wurde das Unternehmen als Komeg weitergeführt. 1993 übernahm die Darmstädter Carl Schenck AG die Komeg. Im Jahr 2000 wurde sie in die Stuttgarter Dürr AG integriert. Rund 300 der weltweit 450 Mitarbeiter von Dürr Assembly sind in Püttlingen beschäftigt.

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