Dillinger hat ab Januar Kurzarbeit angekündigt

Wegen schwacher Auslastung der Anlagen : Kurzarbeit bei Dillinger ab 2020

Die Dillinger Hütte wird voraussichtlich ab Januar 2020 Kurzarbeit fahren. Eine „schwache Auslastung der Anlagen“ sei der Grund für den Schritt.

Das hat das Unternehmen am Mittwoch angekündigt. Als Hauptgrund wird eine „schwache Auslastung der Anlagen“ als Folge einer konjunkturellen Krise genannt. Viele Kunden der Dillinger Hütte spürten diese Krise bereits, was Auswirkungen auf die Aufträge habe. Zudem sei der für die Dillinger Hütte so wichtige Grobblechmarkt weiterhin „stark beeinträchtigt durch die weltweiten Überkapazitäten und die nach wie vor hohen Importmengen aus Drittländern in die EU“.

Das Unternehmen führe bereits Verhandlungen mit dem Betriebsrat über den Umfang der Kurzarbeit und die finanziellen Folgen für die Mitarbeiter. Lars Desgranges, erster Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen geht davon aus, dass der Betriebsrat und die Unternehmensleitung eine gleichlautende Lösung finden wie schon bei Saarstahl, wo bereits seit September 2019 Kurzarbeit gefahren wird. Dort wird durch eine Aufstockung 90 Prozent des bisherigen Lohns erreicht. „Was bei Saarstahl gelungen ist, muss auch bei der Dillinger Hütte gelingen“, sagte Desgranges unserer Zeitung.

Seit einer Woche habe es intern eine Diskussion um Kurzarbeit gegeben. Desgranges sieht die Maßnahme als Chance, alle Beschäftigten des Unternehmens an Bord zu halten und gemeinsam durch die Konjunkturkrise zu kommen. Wie lange die Kurzarbeit voraussichtlich dauern wird, vermochte Desgranges nicht zu sagen. Normalerweise werde Kurzarbeit bis zu zwölf Monaten gezahlt. „Ich hoffe jedoch, dass wir diese Zeit nicht brauchen werden“, sagte der Gewerkschafter.