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Die meisten offenen Stellen werden noch aus der Zeitarbeit gemeldet.

Saar-Arbeitsmarkt : Ende 2019 mehr Saar-Arbeitslose

33 000 Menschen mussten im Dezember den Gang zum Arbeitsamt antreten. Die Zahl offener Stellen geht zurück.

Zum Jahresende 2019 gab es keine guten Nachrichten vom saarländischen Arbeitsmarkt. Eine nachlassende Konjunktur in vielen Branchen sowie Krisen in der saarländischen Stahl- und Autoindustrie hinterlassen immer mehr Spuren auch beim regionalen Arbeitsmarkt. So geht in der Folge auch die Nachfrage nach Arbeitskräften in vielen Unternehmen zurück. Die Saar-Hütten versuchen noch, große Teile ihrer Belegschaften über Kurzarbeit an Bord zu halten. Zudem sieht ein Strategieprozess den voraussichtlichen Abbau von über 1500 Stellen vor. Auch in der Autoindustrie mit ihren Zulieferern ist angesichts einer großen Kaufzurückhaltung noch völlig unklar, wie es weitergeht.

Walter Hüther, Geschäftsführer Interner Service  der Regionaldirektion Saarland-Rheinland-Pfalz der Bundesagentur für Arbeit verweist deshalb anlässlich der jüngsten Arbeitsmarktzahlen für Dezember 2019 auch darauf, dass „die Anzahl der gemeldeten Arbeitsstellen von Seiten der Saar-Unternehmen im Dezember 2019 sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen ist“. Gleichzeitig mussten sich im Dezember mehr Frauen und Männer arbeitslos melden. Demnach waren insgesamt 33 000 Menschen ohne Job. Das waren 700 oder 2,1 Prozent mehr als im November und 2800 oder 9,1 Prozent mehr als im Dezember 2018. Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen —  lag bei 6,2 Prozent. Zum Vergleich: Vor vier Wochen lag sie noch bei 6,0 Prozent und vor einem Jahr bei 5,7 Prozent.

Insgesamt 8600 offene Stellen meldeten die saarländischen Unternehmen im Dezember der Arbeitsverwaltung. Das waren 600 oder 6,5 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Beim Blick auf das Angebot fällt auf, dass die meisten Stellenangebote immer noch aus dem Bereich der Zeitarbeit kommen (1990). Jedoch hat auch die saarländische Gesundheitsbranche mit insgesamt 1170 Stellen immer noch einen großen Personalbedarf. Auch der Handel ist immer noch auf der Suche nach Personal. Hier gibt es derzeit 1010 neue berufliche Möglichkeiten für Arbeitslose. Das Verarbeitende Gewerbe im Saarland meldete zum Jahresende noch 780 offene Stellen.

Arbeitsmarkt Saarland im Dezember 2019 Foto: SZ/Müller, Astrid

Gut läuft nach wie vor das Bau-Gewerbe. Aus diesem Bereich erreichte die Arbeitsverwaltung 600 offene Stellen. Während die Arbeitslosigkeit unter Männern auf 19 400 gegenüber 18 600 im November gestiegen ist, geht zugleich die Zahl arbeitsloser Frauen von 13 700 auf 13 600 zurück. Trotz angespannter Lage gibt es auch Lichtblicke. Das zeigt sich an einem Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. auf 396 700 im Oktober 2019 (neuere Zahlen liegen hier noch nicht vor), einer Zunahme um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Hier hat die öffentliche Verwaltung zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt aber auch Freiberufler, das Baugewerbe sowie die Bereiche Information und Kommunikation.