Die IG Metall fürchtet bei Schaeffler einen Stellenabbau

Transformationsprozess : IG Metall warnt vor Abbau bei Schaeffler

Der Konzern strukturiert um. Darüber haben Gewerkschafter die Mitarbeiter informiert. Die Befürchtung: Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz.

Die Gewerkschaft IG Metall hat am Freitag (7. Juni) die Mitarbeiter in Homburg in einer Betriebsversammlung über Veränderungen bei dem Autozulieferer Schaeffler informiert. Ziel der Aktion, die auch an anderen Werken stattgefunden hat, sei es gewesen, über den deutschlandweiten Transformationsprozess und die damit verbundenen tiefgreifenden Veränderungen zu informieren, teilte die Gewerkschaft mit.

In der Belegschaft herrsche aufgrund der Vielzahl von parallel laufenden Projekten, die das Management angestoßen habe, große Verunsicherung. „Der Vorstand beabsichtigt, die Effizienz zu steigern und die Transformation in die neue Produktwelt der Digitalisierung zu schaffen“, schreibt die Gewerkschaft. 3500 Arbeitsplätze würden dadurch wegfallen, schätzt die IG Metall. Auch in Homburg seien Arbeitsplätze bedroht, hieß es. Hier nennt die IG Metall das Vorhaben, zunehmend Komponenten zuzukaufen und so die Fertigungstiefe des Werks zu verringern. „Die Stärke von Schaeffler war immer eine hohe Fertigungstiefe, sagt dagegen Betriebsrat Bernd Forsch.

Schaeffler-Sprecherin Bettina Lichtenberg reagierte auf die Vorwürfe mit Unverständnis. Die Zahl von 3500 bedrohten Arbeitsplätzen sei definitiv falsch, sagt sie. Schaeffler hat bisher von 700 Arbeitsplätzen in Deutschland gesprochen sowie 200 im Ausland. Überhaupt sei aktuell noch nichts spruchreif. „Klar ist nur, dass es einen Transformationsprozess geben muss, da die Autoindustrie aktuell in einem massiven Umbruch ist, auf den sich die Unternehmen einstellen müssen.“ Klar sei auch, dass vier Standorte betroffen seinen: Hamm, Kaltennordheim, Steinhagen und Unna. Von Homburg sei bei den Plänen nicht die Rede.

Auch für den bundesweiten Transformationsprozess seien konkrete Maßnahmen erst in der Abstimmung. „Und an all diesen Prozessen sind die Betriebsräte natürlich beteiligt, da die Maßnahmen mitbestimmungspflichtig sind“, sagt Lichtenberg.

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