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Die Handwerks-Konjunktur im Saarland bleibt robust

Betriebe bleiben optimistisch : Die Handwerks-Konjunktur bleibt robust

Zahlreiche Handwerksbetriebe blicken weiter positiv in die Zukunft, zeigt die Frühjahrsumfrage der Kammer.

Den Handwerksunternehmen an der Saar geht die Beschäftigung auch in den kommenden Monaten nicht aus. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der saarländischen Handwerkskammer unter den Mitgliedsunternehmen. Demnach ist die Auftragslage weiter gut, die Firmen haben gut zu tun. „Die Hochkonjunktur im Handwerk hält weiter an, die Beschäftigung ist stabil und die Unternehmen sind insgesamt positiv gestimmt“, sagte Handwerkskammer-Präsident Bernd Wegner gestern bei der Präsentation der Umfrageergebnisse.

Aktuell arbeiten viele der Unternehmen an ihrer Kapazitätsgrenze: 34 Prozent, also mehr als ein Drittel der Unternehmen, waren eigenen Angaben zufolge im Frühjahr zu mehr als 90 Prozent ausgelastet. Im Schnitt lag die betriebliche Auslastung der Handwerksbetriebe bei 81 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es noch 79 Prozent. Gerade einmal sieben Prozent der Firmen gaben an, dass sie ihre Kapazitäten nur zur Hälfte auslasten konnten. Auch die Aufträge nahmen nach Angaben der Unternehmen zu. Ein Drittel der Betriebe berichtet von einem gestiegenen Auftragsbestand, 16 Prozent melden einen Rückgang.

Entsprechend gut beurteilen die Betriebe auch ihre aktuelle Lage. Mit 56 Prozent beurteilen mehr als die Hälfte der Betriebe ihre Lage als gut, 94 Prozent sprechen von einer guten oder befriedigenden Lage. Im Vorjahr waren es jeweils 52 und 93 Prozent. Auch die Zahl der Betriebe, die ihre Lage als schlecht bezeichnen geht zurück: von sieben Prozent im Vorjahresfrühling auf nun sechs Prozent.

Beim Ausblick trübt sich der Optimismus leicht ein. Der Großteil der Firmen geht nun von einer stabilen Geschäftslage aus. Eine Verbesserung der Geschäfte erwarten nur noch 26 Prozent. Im Frühjahr waren es noch 33 Prozent der Unternehmen. Allerdings gehen auch nur noch sechs von 100 Firmen von schlechteren Geschäften aus. Im Vorjahr waren das noch sieben.

Ein drückendes Thema bleibt für die Unternehmen der Fachkräftemangel. Denn die Zahl der Beschäftigten im Handwerk ist leicht rückläufig. Von 2017 auf 2018 ist die Zahl der Mitarbeiter nach Aussage von Christian Seltsam, Bereichsleiter Volkswirtschaft und Statistik bei der Handwerkskammer, um ein Prozent zurückgegangen. Aktuell arbeiten demnach rund 68 000 Handwerker in 12 000 saarländischen Betrieben. Dieser Rückgang liege allerdings nicht an der Bereitschaft der Firmen, neues Personal einzustellen. Tatsächlich haben im Frühjahr 15 Prozent der Firmen neue Mitarbeiter eingestellt, während elf Prozent reduziert haben. Und auch in den kommenden Monaten wollen mit zwölf Prozent der Befragten mehr Betriebe neues Personal einstellen, als Mitarbeiter abzubauen. Das planen vier Prozent. „Wenn Sie heute im Saarland 1000 Handwerker hinstellen, die einen Job suchen, bekommen die alle eine Stelle“, sagte dazu Thomas Leyherr, der einen Holz-, Zimmerer- und Dachdeckerbetrieb in Dillingen führt.

Der Firmenchef aus Dillingen steht mit seinem Betrieb für die immer noch unzureichende Kooperation der Verwaltungen über die Grenze hinweg. Leyherr, der viel in Frankreich und Luxemburg arbeitet, berichtet von dem bürokratischen Aufwand, den ein Handwerksunternehmen treiben muss, um auf der anderen Seite der Grenze zu arbeiten. Von grundsätzlichen gesetzlichen Vorschriften wie den jeweiligen Arbeitszeiten, dem Mindestlohn, bis zu diversen Formularen, die vor jedem Einsatz ausgefüllt und mitgeführt werden müssen. „Der Aufwand ist immens“, sagt er. Und schon die Krankheit eines Mitarbeiters gefährde den Einsatz, weil dann die Dokumente nicht mehr aktuell sind.

Lisa Herbrand, die in der Handwerkskammer auch für die Außenwirtschaftsberatung zuständig ist, wünscht sich in diesem Bereich mehr Einsatz der jeweiligen Partnerländer. So wäre es wünschenswert, dass das jeweilige Land in einem eigenen Portal sämtliche bürokratischen Anforderungen für einen Einsatz bündelt, die dann – möglichst in mehreren Sprachen – jeweils vor dem Einsatz ausgefüllt werden könnten. Aktuell seien die Formulare auf entsprechenden Seiten der Handwerkskammer über Links zusammengefasst und übersetzt. „Wir versuchen hier weitmöglichst zu helfen“, sagt Herbrand. Optimal sei das aber noch nicht.