Die Finanzierung der Krankenhäuser im Saarland

Kostenpflichtiger Inhalt: SZ-Serie – Gesundheitswirtschaft im Saarland : Wie sich die Krankenhäuser im Saarland heute finanzieren

Durch die Einführung der Fallpauschale hat sich die Situation für Kliniken und Patienten stark verändert.

Ein Krankenhaus betriebswirtschaftlich erfolgreich zu führen, ist nicht einfacher geworden, seit vor fast 17 Jahren das System der Krankenhausfinanzierung komplett geändert wurde. Bis dahin rechneten die Kliniken die Behandlungskosten mit den Krankenkassen über tagesgleiche Pflegesätze ab. Je länger ein Patient ein Bett belegte, desto höher war die Vergütung, egal warum er im Krankenhaus lag.

Ab 2003 wurde schrittweise das System der sogenannten DRG-Fallpauschalen eingeführt, wobei DRG für Diagnosis Related Groups (vergleichbare Diagnose-Gruppen) steht. Die Höhe der Fallpauschale richtet sich danach, welche Krankheit diagnostiziert wird, wie aufwändig die Operation und wie schwer die Krankheit ist. Für eine Blinddarm-Operation wird daher weniger gezahlt als für eine komplizierte Herz-OP.

Außerdem wird anhand der Diagnose errechnet, wie lange der Patient im Krankenhaus bleiben darf. „Die Verweildauer in den Krankenhäusern ist seitdem spürbar zurückgegangen“, bilanziert Bernd Mege, Geschäftsführer des saarländischen Krankenhaus-Konzerns SHG. „Doch der Dokumentations- und Verwaltungsaufwand hat sich spürbar erhöht.“ Denn in die Berechnung der Fallpauschalen „fließen zahlreiche Parameter wie Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen und weitere Risikofaktoren mit ein“.

Mit dem System der DRG-Fallpauschauschalen wurde zudem ein Qualitätssicherungssystem eingeführt, dem sich jedes Krankenhaus nach einem bundesweit einheitlichen Verfahren regelmäßig unterziehen muss. Anhand dieser Daten veröffentlicht das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen in Berlin jedes Jahr einen umfangreichen Qualitätsreport. Kommt ein Krankenhaus oder eine Abteilung mit den Vorgaben nicht klar, müssen in einem sogenannten strukturierten Dialog die Ursachen erforscht und Wege gefunden werden, diese zu beseitigen. Hierzulande ist dafür das Qualitätsbüro Saarland bei der Saarländischen Krankenhausgesellschaft (SKG) zuständig.

Während die Krankenkassen die Behandlungskosten übernehmen, sollen die Investitionsaufwendungen von den Bundesländern gestemmt werden. Mit diesem Geld sollen Bau- und Sanierungsmaßnahmen an den Klinikgebäuden finanziert werden.

Doch die Länder kommen ihrer Verpflichtung immer weniger nach. Das Saarland stellt derzeit 32,5 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Im Koalitionsvertrag der saarländischen Groko ist eine Erhöhung auf 38,5 Millionen Euro versprochen. Nach Ansicht des SKG-Geschäftsführers Thomas Jakobs „wären 80 bis 90 Millionen Euro pro Jahr notwendig, um den Investitionsstau von 400 Millionen Euro aufzulösen“. Das Land setzt bei den Investitionskosten auf eine pauschale Finanzierung für alle Kliniken. Es will aber Krankenhäuser auch besonders fördern, wenn diese für die Versorgung einer Region von großer Bedeutung sind.

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